"Das Gute sehen"

Ihren Neujahrsempfang hatte die katholische Pfarrei auf den Tauftag Jesu Christi gelegt. Mit diesem schließe liturgisch der Weihnachtsfestkreis, erklärte Pfarrer Martin Besold im Gottesdienst. Er fragte sich in der Predigt, ob von der Weihnachtsstimmung etwas übrig sei.

Erbendorf. (njn) "Sind wir Gott entgegengekommen und er uns, wie wir so oft im Advent und an Weihnachten gebetet haben?" Pfarrer Martin Besold verglich dies mit den Krippen, die jetzt ihren Weg in das Dunkel der Keller oder Speicher angetreten haben. "Der Glaube kann staubig werden", stellte er fest. Die weihnachtliche Freude könne rasch aufgebraucht werden und sich wandeln, "die festtägliche Glaubensfreude und Bestätigung, ja vielleicht sogar Gewissheit, in sein Gegenteil mit Unzufriedenheit, Gleichgültigkeit oder auch der kirchlichen Selbstbeschäftigung".

Besold ging auf die Taufe Jesu im Jordan ein. Dabei sei "Jesus auch in Tiefen und Abgründe hinabgestiegen und hat alle Schuld und Not mit herausgezogen, wenn er aus dem Wasser stieg, so dass sich der Himmel ein Stück weit öffnet, auch für uns." Gerade heute sei mit dem Ende der Weihnachtszeit im Kirchenjahr die letzte Gelegenheit, dem, was an Weihnachten passiert sei, auf die Spur zu kommen.

"Das Handeln Gottes an Weihnachten, dass Gott sich auf die Seite der Menschen stellt, das will uns neue Augen schenken, einen neuen Blick für unser Leben und für unseren Glauben." Der Seelsorger appellierte an die Gläubigen, das Gute zu sehen. Diese Aufforderung sei zugleich das Motto für die Pfarrgemeinde im Jahr 2015.

Im Anschluss an den Gottesdienst in der Pfarrkirche, den Kirchenchor und -orchester musikalisch gestalteten, lud Besold zum Neujahrsempfang ins Kolpinghaus ein. "Heute ist Gelegenheit, Dank zu sagen für die vielfältigen Dienste in unserer Pfarrei." Neben den vielen Mitarbeitern der Pfarrei, der Kirchenverwaltung und dem Pfarrgemeinderat, begrüßte er auch die Bürgermeister Hans Donko, Johannes Reger und Sonja Heindl sowie die Heimleiterinnen des Caritas-Altenheims, Eveline Gerstl-Seidl und des BRK-Seniorenwohn- und Pflegeheims, Roswitha Herdegen.

Vieles im Verborgenen

Beim Sektempfang stellte Besold das Motto "Das Gute sehen" nochmals in den Mittelpunkt. "Es ist auch eine Herausforderung für mich zu sehen, denn vieles in unserer Pfarrei geschieht im Verborgenen." Gerade jetzt müssten wir uns um den Frieden bemühen. "Den eigenen Glauben entdecken, ist eine gute Versicherung gegen Gewalt", stellte er abschließend fest.

"Es ist heute ein von Dankbarkeit erfüllter Abend", betonte Besold. Die Pfarrei lebe von den vielfältigen Diensten, die die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter hoffentlich auch mit Freude ausübten.

Bevor der Geistliche zu einem köstlichen Büfett einlud, gab er noch wichtige Termine der Pfarrei bekannt. So feiert die Kolpingfamilie mit Bischof Wilhelm Schraml am Samstag, 18. April, das 110-jährige Bestehen. Am Sonntag, 22. November, begeht der St.-Elisabeth-Kindergarten sein 20. Jubiläum. Das Pfarrfest findet am Sonntag, 21. Juni, statt. Ebenso verwies Besold auf den brasilianischen Abend am Freitag, 16. Januar, im Kolpinghaus und auf den Vortrag zur Osterrieder-Krippe am Sonntag, 8. Februar.
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7958)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.