Das hochsommerliche Wetter, die deftigen
Tuba toppt Hendrix-Gitarre

Gänsehaut erlebten die Zuhörer beim gemeinsam intonierten "Böhmischen Traum".
Brotzeiten und das kühle Bier - dieser harmonische Dreiklang begleitete das "Woodstock der Blasmusik" in Freudenberg.

(gri) Hunderte Zuhörer kamen am Wochenende auf dem Jakobiplatz unter freiem Himmel in den Genuss feinster bayerischer Blasmusik, dargeboten von den Birgländer Musikanten, der Hammerbachtaler Blousn und dem Nachwuchstrio Die Fexer.

Höitgirl-Landler, Rächamoista oder Ochsentreiber hießen die Stücke, mit denen die Birgländer Musikanten das Publikum begeisterten. Die achtköpfige Kapelle um Matthias Fiedler spielte Musik, wie sie früher auf den Tanzböden der Kirchweihen erklang, und zwar mit allen Finessen vom Tuba-Lauf bis zum Klarinetten-Solo. Die Birgländer sind bayernweit für ihre authentische Volksmusik bekannt, deshalb treten sie im September auch auf der Alten Wiesen in München auf.

Viel Applaus erhielten die Fexer, drei junge Musikanten aus Berngau im Landkreis Neumarkt. Ihre Eltern sind allesamt als Musikanten unterwegs. Als es dann die Kinder ihnen gleich taten, entstand der Name in Anlehnung an die Fexer genannten Ableger in der Pflanzenwelt. Das Trio tourt schon seit acht Jahren mit Tuba, Kuhlohorn und Trompete durch die Lande. Sophie (16), Daniel (18) und Alex (23) bezeichnen sich augenzwinkernd als "die wahrscheinlich kleinste Blaskapelle der Welt".

Traditionell und modern

Ein Heimspiel hatte die Hammerbachtaler Blousn aus Freudenberg, die ebenfalls traditionelle Weisen spielt, aber gerne auch mal modernere Melodien aufgreift. So gilt das Stück "Pfeif drauf" von Haindling (bekannt als Titelmelodie der Rosenheim-Cops) mittlerweile als Erkennungszeichen der Kapelle. Die Musiker stammen zum Teil aus den Reihen des Musikvereins Freudenberg, der das Fest auf dem Jakobiplatz organisiert hatte.

Stehender Applaus

Einer der Höhepunkte des lauen Sommerabends war der gemeinsam intonierte "Böhmische Traum". Die erst 1997 komponierte Polka hat sich zu einem Erfolgshit auf Volksfesten und in Bierzelten entwickelt. Auf dem Jakobiplatz gab es stehenden Applaus für das gemeinschaftlich dargebotene Meisterstück.

Das "Woodstock der Blasmusik" ist Teil der Jakobikirchweih zu Ehren des Freudenberger Kirchenpatrons. Am Sonntag ging der Festbetrieb weiter. Am Abend spielte die Blasmusik-Gruppe Fünf auf Kraut aus Regensburg auf.
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