"Das ist gigantisch"

Die Waldauer Kirchenchorsänger sind eine lustige und fröhliche Gemeinschaft mit starkem Zusammenhalt. Adolf Schwägerl (vorne, Mitte) stellt sein Gesangstalent seit 55 Jahren zur Verfügung. Doch auch Gerlinde Ertl, Margarethe Rothe, Anita Weich, Franziska Gößl (vorne, von links) sowie Johann Wiesent (hinten, Mitte) gehören seit Jahrzehnten dazu. Hans-Josef Völkl (rechts) leitet das Ensemble seit der Wiedergründung 1990. Dekan Alexander Hösl (links) würdigte die Sänger. Bild: dob

Wenn sich der Kirchenchor Waldau trifft, dann ist Stimmung vorprogrammiert. Wie arm und farblos wäre das Kirchenjahr ohne die fleißigen Sänger der Gemeinschaft im Benefizium St. Johannes Nepomuk.

Die Frauen und Männer waren am Freitagabend im Gasthof "Zum weißen Ross" in Burgtreswitz zur "Silberhochzeit" gekommen, wie es Dekan Alexander Hösl ausdrückte. Heuer sind es 25 Jahre, dass sich der Waldauer Kirchenchor erneut gründete. Seither wuchs eine starke Gemeinschaft heran. Weil Jenny Spitzner aus Oberlind und Max Stubenrauch aus Vohenstrauß die Gruppe stets unterstützen, waren auch sie eingeladen. Hans-Josef Völkl leitet das Ensemble seit der Wiedergründung 1990.

Damals sei Stadtpfarrer Franz Winklmann auf den jungen Mann zugegangen und habe ihn mit der Frage konfrontiert: "Hättest du Lust, in Waldau den Kirchenchor zu übernehmen?" Mit seinem langen, wallenden Haar sei er damals von den Chorsängern neugierig und vorsichtig zugleich beäugt worden, erinnerte sich Völkl. In erster Linie habe er sein musikalisches Chorleitertalent seinem Musiklehrer Georg Zimmermann aus Eslarn und dem Kapellmeister Josef Dobmeier aus Tännesberg sowie den älteren Chorsängern zu verdanken. "Ich fahre jeden Montag gerne zur Singstunde nach Waldau", bekannte Völkl freimütig. Die Singstunden seien kurzweilig, entspannend und manchmal auch aufregend. Zum halbrunden Geburtstag des Mitglieds Silvia Koller an diesem Tag brachte der Chor sogleich ein Ständchen.

Dekan Hösl hob die "schöne Gemeinschaft" hervor. In vielen Vereinen werde überlegt, wie man Mitglieder rekrutieren könne. "Oft zählen dabei nur Fun und Action." Selbst in der Kirche werde über Veränderungen nachgedacht. Doch der Herrgott und die Menschen müssten stets im Mittelpunkt stehen. "Wir dürfen uns nicht allein mit Strukturdebatten herumschlagen", warb der Geistliche.

Form des Gebets

Das Liedgut sei eine intensive Form des Gebets und bestimmt keine dahingesagte Floskel. Er könne nur ein schlichtes "Vergelt's Gott" zu allen sagen. Die Motivation zum Singen gehe aber nicht davon aus, für den Chorleiter oder Pfarrer zu singen, sondern für einen Höheren. Weiter forderte Stadtpfarrer Hösl alle Anwesenden auf, mutig zu ihrem Glauben zu stehen. "Dann brauchen wir uns auch vor Andersgläubigen nicht zu fürchten." Der Kirchenchor könne mithelfen, die neuen Lieder aus dem Gotteslob in den Pfarreien zu integrieren.

Kirchenverwaltung mit Kirchenpfleger Helmut Graf und Pfarrgemeinderat mit Sprecher Alexander Koller dankten ebenfalls für das stete Engagement des Chors, richtete der Pfarrer stellvertretend aus. Völkl habe ein Händchen dafür, die Sänger zusammenzuhalten und zu motivieren. Etliche junge Sänger stießen schon wieder zur Gruppe, so singen Jung und Alt gemeinsam, lobte Hösl, als er dem Chef ein Weinpräsent überreichte. Johann Wiesent als Sprecher der Gruppe erinnerte sich ebenfalls an den ersten Kontakt mit Völkl, als der zielstrebig an die damalig am Altar stehende Computerorgel in der Benefiziumskirche Waldau schritt und eine erste Kostprobe seines Könnens gab. Wenige Wochen später sei er der Chorleiter von Waldau gewesen. "Seither hast du viele Konzerte und Aktionen initiiert. Das ist gigantisch", schwärmte Wiesent, bevor er ihm ein Geschenk der Singgemeinschaft überreichte.

Treue Sänger geehrt

Langjährige Sänger zeichnete Hösl mit der Bischofsurkunde aus. Allen voran erhielt Adolf Schwägerl für 55 Jahre Singen eine Urkunde und die goldene Ehrennadel. Auf seine feste Stimme kann die Gemeinschaft bis heute nicht verzichten. Eine silberne Auszeichnung und eine Bischofsurkunde bekamen Anita Weich für 28 Jahre, Gerlinde Ertl, Margarethe Rothe und Johann Wiesent für jeweils 25 Jahre. Pfarreiurkunden gingen an Christl Wilhelm (21), Franziska Gößl (18), Rita Troglauer und Annette Winter (16), Claudia Wiesent (15), Erika Meyer (12) und Jonas Kick (10).
Weitere Beiträge zu den Themen: Waldau (522)Burgtreswitz (193)Januar 2015 (7957)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.