Das komplette Programm

Sie hatten auch immer wieder etwas zu feiern, die Basketballer des TSV Schwandorf. Die Rückrunde verlief allerdings miserabel. Am Ende landete der TSV auf Rang sieben. Bild: par

Die Basketballer des TSV Schwandorf machten in dieser Saison die komplette Bandbreite durch: Höchste Höhen, tiefste Tiefen. Am Ende landen sie im Mittelfeld der Bayernliga Mitte.

Schwandorf. (par) Den 20. Dezember 2014 werden die Schwandorfer Basketballer wohl so schnell nicht mehr vergessen: Der TSV Schwandorf war in der Bayernligatabelle durch eine acht Spiele andauernde Siegesserie auf den zweiten Platz geklettert. Der Gast im letzten Spiel des Jahres war ausgerechnet der Tabellenführer Post SV Nürnberg. Mit einem Sieg hätten die Schwandorfer die Herbstmeisterschaft feiern können - erstmalig in ihrer Bayernligahistorie. Zur Halbzeit führte die Mannschaft von Trainer Christian Scharf mit 38:36. Doch dann brachen die Schwandorfer in der zweiten Halbzeit ein und verloren die Partie mit 63:81. Diese Partie sollte zum Spiegelbild für die Bayernligasaison 2014/15 werden, die die Schwandorfer vor ein paar Wochen auf dem siebten Platz beendet haben.

Nur ein Neuzugang

Aber der Reihe nach: Vor dem Saisonstart hatten die Schwandorfer mehrere Abgänge zu verkraften. Mit Philipp Feldbauer und Dominik Zeitler verließen zwei Spieler den TSV in Richtung 1. FC Schwarzenfeld. Manuel Gutiérrez und Jonas Ruhland legten aus persönlichen Gründen eine Pause ein. Einziger Neuzugang war Vaidas Butkus, der aus der zweiten Mannschaft in die erste wechselte. Zudem sollten mit Felix Müller, Lukas Mulzer und Daniel Rapo nach und nach Jugendspieler an die Bayernliga herangeführt werden. TSV-Coach Scharf sprach deswegen vor der Spielzeit von einer "richtig schwierigen Saison, in der eine Prognose fast unmöglich wird".

Zwei Pleiten zum Auftakt

Zum Start hagelte es für die Schwandorfer dann auch gleich zwei Heimniederlagen. In der Partie am dritten Spieltag beim VSC Donauwörth stand Schwandorf deswegen bereits unter Druck, wenn man nicht in den Abstiegskampf rutschen wollte. Und gerade die Spiele gegen Donauwörth waren für den TSV in der Vergangenheit immer sehr intensiv. Zur Halbzeit lag Schwandorf noch mit 26:30 zurück, doch durch eine tolle zweite Halbzeit wurde die Partie letztlich mit 68:60 zugunsten der Oberpfälzer entschieden.

Und dies sollte der Startschuss zu einer einmaligen Siegesserie werden: Die nächsten sieben Partien gewannen die Schwandorfer allesamt. Meitingen, Augsburg, Regensburg, Nördlingen, der Nürnberger BC, Passau und Tegernheim - niemand war in der Lage den Lauf des TSV Schwandorf zu stoppen. "Wir haben uns richtig in einen Rausch gespielt und hatten ganz viel Selbstvertrauen. Auch wenn wir deutlich zurück lagen, haben wir uns wieder auf unsere Stärken fokussiert und die Partien gedreht. Das war die beste Verfassung, in der ich uns in der Bayernliga je gesehen hab", blickt Center Alwin Prainer auf die Erfolgsserie zurück. "Das hat richtig Spaß gemacht", so der TSV-Topscorer.

Absolutes Highlight war sicherlich der Derbysieg am zehnten Spieltag gegen den FC Tegernheim: Obwohl der FC Sekunden vor Schluss mit 66:63 führte, schafften es die Schwandorfer, sich mit einem "Dreier" von Butkus in die Verlängerung zu retten und die Partie mit 86:81 für sich zu entscheiden.

Höhepunkt der Saison

Auch TSV-Aufbauspieler Sebastian Fischer sieht diese Partie als den Höhepunkt der Saison: "Dieses Spiel hatten wir eigentlich schon verloren. Wir haben bis zum vierten Viertel geführt und auf einmal verlieren wir komplett den Faden und Tegernheim scheint die Partie entschieden zu haben. Aber dann dieser Dreier und wir waren wieder da. Danach hatten wir wieder das Selbstvertrauen und haben uns den Sieg erkämpft."

Durch den Erfolg beim FC Tegernheim wurde der achte Sieg in Serie perfekt gemacht - Bayernligarekord für Schwandorf. Die Niederlage gegen Nürnberg wurde aber zum Wendepunkt: Denn im neuen Jahr folgte eine Rückrunde zum Vergessen: Neun von elf Partien verlor der TSV Schwandorf und verlor dadurch in der Tabelle komplett den Anschluss an die Spitzengruppe.

Zwischenzeitlich traten die Schwandorfer die Partien mit nur fünf etatmäßigen Herren-1-Spielern an. Die Folge waren Niederlagen gegen Nürnberg, Regensburg und Nördlingen. Erst am vorletzten Spieltag fuhr der TSV mit einem 88:78 gegen den NBC den zweiten Erfolg der Rückrunde ein. Den Tiefpunkt markierte die 28:100-Niederlage am letzten Spieltag in Passau. Am Ende landeten die Schwandorfer mit einer Bilanz von 10:12 auf dem siebten Tabellenplatz der Bayernliga Mitte. Nach den erfolgreichen Jahren zuvor, in denen sich der TSV immer steigerte und mit dem vierten Platz 2013/14 den bisherigen Höhepunkt hatte, wurde in dieser Saison das Vorjahresergebnis erstmals nicht verbessert.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.