Das Massaker von Lestina

Mai 1945, einen Tag vor der Kapitulation, wurde ein deutscher Soldat auf dem Rückzug in Lestina erschossen. Die deutschen Besatzer verhafteten daraufhin fünf willkürlich ausgewählte tschechische Zivilisten und forderten den Mörder des Soldaten auf, sich zu melden. Als er das nicht tat, wurden die Geiseln im Nachbardorf erschossen.

Drei Tage später, nach dem offiziellen Kriegsende, wurden fünf Sudetendeutsche gezwungen, Gräber für gefallene sowjetische Soldaten auszuheben. Während sie arbeiteten, wurden die Leichen der fünf ermordeten Geiseln zum Friedhof von Lestina gebracht. Die Lage eskalierte. Die Deutschen sollten für sich selbst außerhalb des Friedhofs ein Grab schaufeln. Dann wurden sie ermordet und begraben. Eine Woche später wurden sie mit den Leichen von elf unbekannten Flüchtlingen aus Schlesien in ein Massengrab umgebettet. In den nächsten Tagen kamen noch weitere sechs Deutsche aus Vitosov und Hrabová ums Leben.

Im Jahr 2000 wurden die Überreste der Getöteten auf den deutschen Armeefriedhof in Brünn umgebettet. 2007 stellte die Gemeinde Lestina den Gedenkstein auf ihrem Friedhof auf. (cog)
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