Das schnelle Internet pressiert

Bürgermeister Dieter Dehling (links) überreichte an die stellvertretende Leiterin der arbeitstherapeutischen Werkstatt in Bachetsfeld, Elfriede Pirner, eine Uhr der Gemeinde Illschwang; Norbert König (rechts) ist ein langjähriger Beschäftigter in der Werkstatt und ein "Musterbeispiel für lebenspraktische Inklusion", wie Pirner es nannte. Bild: no

In der Januarsitzung hatte der Gemeinderat Illschwang den Auftrag zur Breitbandverkabelung für einen Großteil der Ortschaften an die Telekom vergeben. Es blieben jedoch einige Dörfer übrig, die keine oder nur eine langsame Internetverbindung haben.

Ein Antrag der Bürger aus Hackern und Frankenhof führte dazu, dass die Räte beschlossen, unmittelbar ein zweites Verfahren in die Wege zu leiten, um die im ersten Anlauf verbliebenen "weißen Flecken" im Gemeindegebiet zu beseitigen. In ihrem Schreiben betonten die Antragssteller, dass die Bürger von Hackern und Frankenhof erhebliche Nachteile haben, weil es keinen DSL-Zugang gibt. Sie beantragten eine kurzfristige Angebotseinholung über einen Breitbandzugang für ihre Orte mit dem Ziel einer Beauftragung im zweiten Quartal 2015. Sie legten eine Unterschriftenliste bei.

Die Bürger wiesen darauf hin, dass sich einige einen Zugang über Übergangstechnologien wie Satellit oder LTE geschaffen haben. Da kein Handy-Empfang vorhanden ist, sei kein Ausweichen auf Mobilfunk möglich. Bezüglich LTE wird in dem Schreiben darauf hingewiesen, dass dies nur über eine Richtantenne funktioniere und je nach Lage des Wohnhauses die Ausfallrate des Zugangs hoch oder niedrig sei.

Volles Verständnis

Bürgermeister Dieter Dehling zeigte volles Verständnis für den Antrag. Er machte aber deutlich, dass der Gemeinderat wünsche, dass die übrigen Ortschaften, die bei der ersten Vergabe im Januar keine Berücksichtigung fanden, in gleicher Weise behandelt werden sollten wie Frankenhof und Hackern. Es können noch rund 400 000 Euro für den Breitbandausbau werden. Allerdings sah er es zeitlich als unmöglich an, dass die Beauftragung bereits, wie gefordert, im zweiten Quartal erfolgt. Dehling sprach sich dafür aus, möglichst rasch in das Verfahren für den zweiten Ausbauabschnitt einzusteigen.

Genügend Spielraum

Elke Pirner, Gemeinderätin aus Hackern und unmittelbar Betroffene, machte sich für den Antrag stark. Sie betonte, dass heutzutage eine gute Internetverbindung zu jedem Haushalt gehöre wie Strom und Wasser. Heinz Pickel sagte, dass es in der Gemeinde gegenwärtig 16 Ortschaften gibt, die bei der Breitbandanschlussplanung noch berücksichtigt werden müssen. Hans Pickel merkte an: "Es kann sich die Gemeinde nicht leisten, eine Ortschaft bei der Verbesserung der Internetverbindung auszulassen." Illschwang sei im Verfahren bei der Breitbandförderung in Bayern schon relativ weit, meinte Thomas Dirler. Erfreulich sei, so Hans Pickel, dass es noch genügend finanziellen Spielraum für den zweiten Ausbauabschnitt gibt.

Werner Englhard verwies auf anderen Gemeinden, bei denen nach der ersten Ausschreibung teilweise schon alle Mittel aufgebraucht waren. Das Telekom-Angebot für den ersten Abschnitt sei sehr günstig gewesen. Henner Wasmuth betonte, dass für Schüler und Studenten künftig Home Office an Bedeutung gewinne. Elke Pirner sah die Gefahr, dass junge Bürger ihre Ortschaften verlassen, wenn es dort keine guten Internetverbindungen gibt. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, sofort in das Verfahren für den zweiten Abschnitt einzusteigen.
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