Das Schützenheim hat's nötig

Eine Baustelle am Schützenheim ist der Kleinkaliber-Stand. Rund 20 000 Euro hat Unter Uns vor zehn Jahren hineingesteckt. Gerade eine handvoll Schützen und gelegentlich einige Jäger oder Mitglieder von Soldaten- und Kriegerkameradschaften nutzen ihn. Seine Zukunft will Schützenmeister Josef Geyer (rechts) innerhalb der nächsten zwei Jahre klären. Einstweilen ruht der Betrieb der Anlage, erklärt sein Vize, Schießleiter Thomas Heberl (links). Bild: cs

Acht Neuaufnahmen beim Nachwuchs stimmen durchaus erfreulich. Allerdings kämpft der Schützenverein Unter Uns Nitzlbuch mit sinkenden Teilnehmerzahlen bei seinen sportlichen Angeboten. Zudem lassen sich einige Arbeiten am Schützenheim nicht mehr aufschieben.

"Wir verändern uns. Sowohl in biologischer Hinsicht, dass wir eben älter werden, als auch in der Struktur des Vereins", gab Schützenmeister Josef Geyer bei der Hauptversammlung am Sonntag zu bedenken. Er beklagte im Rückblick die rückläufige Teilnahme an Schießveranstaltungen.

Das gelte für das Weihnachts-, Kirwa- oder Königsschießen. Das Preisschießen, vor 30 Jahren von ihm so eingeführt, habe seine Zugkraft verloren. Zu wünschen übrig lasse auch das Interesse an überregionalen Veranstaltungen. Im Rundenwettkampf bereite es Probleme, überhaupt eine Mannschaft zu stellen.

Blumen statt Nachruf

Dieser Trend wirke sich auch auf das gesellschaftliche Leben des Vereins aus. Kurz vor Jahresende beschloss der Vereinsausschuss, künftig bei Beerdigungen durch eine Gärtnerei ein Blumengebinde am Grab niederlegen und den Angehörigen eine Beileidsbezeugung zukommen zu lassen. "Wir können nicht einmal einen Nachruf am Grab halten und ein andermal wieder nicht", begründete Josef Geyer diesen Schritt.

Zuschüsse kamen nicht

Recht zufrieden zeigte sich der Schützenmeister mit den Finanzen. Seinen Berechnungen nach könnte der Verein schon seit vergangenem Jahr schuldenfrei sein, wenn die vor Baubeginn des Schützenheims 1990 zugesagten Zuschüsse auch eingetroffen wären. So aber mussten über 60 000 Euro zusätzlich zum Grundstückskauf finanziert werden. An Investitionen in den Schießsport erwähnte Geyer den Kauf eines Gewehrs. In den nächsten Tagen wird ein weiteres zur Verfügung stehen. Neue Jacken ermöglichten es der Jugend, im einheitlichen Outfit in der Öffentlichkeit aufzutreten.

Nicht mehr aufschieben ließen sich einige Arbeiten am Schützenheim, machte Geyer deutlich. Für den Einbau des Lastenaufzugs fehle noch die endgültige Lösung. Er will eine Diskussion anstoßen, wie sich die Mitglieder die Zukunft des Schützenheims vorstellen. "Auch ich werde älter, und meine Leistungsfähigkeit lässt nach." Wenn andere Vereine und Privatleute die Räume nutzen, sei das nur von Vorteil für den Verein. Der Wirtschaftsbetrieb bringe zusätzliche Einnahmen.

Zunehmend belaste der bürokratische Aufwand. Der Staat delegiere immer mehr Tätigkeiten auf Ehrenamtliche. "In der früheren DDR wurden solche Aufgaben von Angestellten des Staates erledigt, die ein Salär erhielten und dafür heute eine Rente beziehen", stellte Geyer fest.

Erfreuliche Zahlen über den Schuldenabbau verkündete Karoline Lutz im Kassenbericht. Die Revisoren Gabriele Kopp und Monika Schindler bescheinigten eine hervorragende Kassenführung.

Ermutigende Jugend

2. Bürgermeister Herbert Lehner wollte angesichts der guten Vereinsarbeit die Lage nicht so pessimistisch sehen. Ermutigend fand er die Spitzenergebnisse der Jugend, auch bei den Wettkämpfen außerhalb des Vereins. Freuen können sich die Schützen noch auf eine Spende der Stadt.
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