Datenflut oder tröpfelnde Bytes

Wer in Altenhammer, Rumpelbach, Sankt Ötzen und Hildweinsreuth wohnt, kann von schnellem Internet nur träumen. Ob sich bald etwas ändert, ist nicht gewiss.

Flossenbürg. (nm) Die Datenflut nimmt ständig zu, im geschäftlichen ebenso wie im privaten Bereich. Dabei geht es nicht nur um die Fülle der Informationen, sondern oft auch um die Geschwindigkeit, mit der sie übermittelt werden. Ein weiterer Schritt hin zu mehr Qualität und Quantität wurde in der Grenzgemeinde eingeleitet.

Seit knapp zwei Jahren hängt Flossenbürg am Glasfasernetz. Das schnelle Kabel kommt vom Nachbarort Floß und erschließt die Gemeinde bis hin zum nördlichen Ende. Alle Anwesen profitieren davon allerdings nicht. Die Ortsteile Altenhammer, Rumpelbach, Sankt Ötzen und Hildweinsreuth blieben außen vor. Ob sich daran etwas ändert, um die Frage geht es aktuell im Rahmen eines Bestandsaufnahme- und Markterkundungsverfahrens. Am 17. Oktober endet die Frist für den ersten Schritt.

Finanzielle Aspekte

Bis dahin sollen die Netzbetreiber unter anderem mitteilen, ob es bereits Pläne für einen Netzausbau gibt oder die Bereitschaft besteht, in absehbarer Zukunft eine solche Investition vorzunehmen. Eine positive Antwort erscheint schon jetzt unrealistisch. Unter ausschließlich wirtschaftlichen Aspekten würde sich ein solches Vorhaben nicht lohnen. Finanzielle Aspekte spielen dann auch beim folgenden Auswahlverfahren eine wichtige Rolle. Die Kommune muss für einen bestimmten Zeitraum den nicht durch Einnahmen gedeckten Aufwand tragen. Alleine bleibt sie dabei nicht. Ein staatlicher Zuschuss gleicht den Betrag zum Großteil aus.

Und hier kommt ein weiteres Fragezeichen hinzu. Für Altenhammer fällt das deutlich kleiner aus als für die übrigen Ortsteile. Ein Kommunikationsunternehmen müsste überhaupt bereit sein, die nötige Infrastruktur und Technik zu schaffen. Rumpelbach, Sankt Ötzen und Hildweinsreuth liegen weit von Anschlusspunkten für das Glasfaserkabel entfernt und zählen zudem nur wenige Anwesen. Einen Zwang zur Investition gibt es nicht, zumindest aber die Hoffnung, für die betroffenen Einwohner eine gute Lösung zu erreichen. Nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis gäbe es speziell für Sankt Ötzen und für Hildweinsreuth bereits eine vernünftige Alternative. Die Betonung liegt auf dem Wort "gäbe". Beide Ortsteile haben tatsächlich LTE-Empfang, eine schnelle Anbindung per Funk. Nutzen daraus können nur Handybesitzer ziehen.

Keine Garantie

Der Vertragsabschluss für die betroffenen Anwesen ist nicht möglich. Begründet wird das von dem Telekommunikationsunternehmen mit eigenen technischen Vorgaben. Eine Versorgungssicherheit per LTE lasse sich nicht garantieren. Tröpfelnde Daten bleiben zumindest vorerst Realität.
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