Defizit fällt geringer aus

Für Pfarrer Hartmut Klausfelder war die Jahreshauptversammlung des Diakonievereins eine Premiere. Doch eines hat er als Vorsitzender des Trägervereins des Kindergartens mit Krippe bereits festgestellt: "Es wird niemals langweilig."

Neustadt am Kulm. (ww) Dafür sorgen schon die 56 Mädchen und Buben im "Haus der kleinen Füße", die mit ihrer Begeisterungsfähigkeit, Quirrligkeit und mit ihrem Chaospotenzial die Mitarbeiterinnen beschäftigen. Dazu kämen pädagogische, aber auch finanzielle, personelle und bauliche Herausforderungen.

Ein paar Mitglieder mehr oder ein finanzkräftiger Sponsor täten dem Diakonieverein gut. Dennoch staune er als Vorsitzender darüber, was auf die Beine gestellt und welche Klippen seit der letzten Hauptversammlung mit Ausdauer, Verantwortungsbewusstsein, Engagement und familiäres Klima umschifft worden seien. Dafür dankte er den Mitgliedern, Mitarbeiterinnen und dem Elternbeirat sowie der Evangelisch-Lutherischen Verwaltungsstelle in Weiden und den zuständigen Stellen im Diakonischen Werk.

Andrang nach Mangel

Als größte Herausforderung im Vorjahr nannte Klausfelder die geringe Zahl an Neuanmeldungen und die damals vorliegenden Buchungszeiten. Sie ließen befürchten, dass Stunden der Mitarbeiterinnen gekürzt hätten werden müssen. Auch eine Entlassung sei im Raum gestanden. Umso erleichterter waren die Verantwortlichen im Herbst, "als man sich vor neuen Kindern fast nicht mehr retten konnte".

Der Sprecher erinnerte an das 25. Dienstjubiläum von Leiterin Sieglinde Hartmann und den Abschluss der Erneuerung der Heizungsanlage, die mit rund 9000 Euro günstiger ausfiel, als angenommen. Auch seien ein Raum für die Schulkindbetreuung auf der Galerie eingerichtet und ein Querbalken an der Schaukelanlage erneuert worden. Nächste Maßnahmen sind ein neuer Anstrich in der Turnhalle sowie Malerarbeiten in der Krippe und im Flur.

Zu den Finanzen erläuterte der Vorsitzende, dass die Wirtschaftsprüfer beim defizitären Jahresabschluss die Finger in die Wunde gelegt hätten. Allerdings stimme das genannte Defizit von über 150 000 Euro so nicht. Konkret rechne er für das Haushaltsjahr 2015 mit einem Gesamtdefizit von rund 71 500 Euro. Davon müsse die Kommune 59 000 Euro übernehmen, 12 500 Euro trage der Verein.

Der Redner dankte für eine 1400-Euro-Spende aus den Rücklagen des aufgelösten Schützenvereins sowie Alexander Roth und dem Elternbeirat für ein Konzert, das 500 Euro erbracht hat.

Um weiterhin eine innovative Einrichtung mit kompetenten Mitarbeiterinnen und einem guten Betreuungsschlüssel zu haben, seien weitere Maßnahmen unumgänglich, gab der Pfarrer zu bedenken. Es gehe daher darum, zusätzliches Kapital zu beschaffen. Ein Beratungsprozess mit Käthe Pühl habe bereits begonnen.

Im Herbst neuer Hausmeister

Im Herbst müsse die Hausmeisterstelle neu besetzt werden, da Georg Wiesent diese Tätigkeit nicht mehr ausüben könne, berichtet Klausfelder. Kassier Peter Porsch gab bekannt, dass der ursprüngliche Ansatz von 59 000 Euro des Betriebskostendefizits für 2014 mit rund 39 000 Euro um etwa 20 000 Euro unterschritten werden konnte. Seine Angaben bestätigten die Revisoren Karl Vogel und Hermine Zöller.

Auf die Kindergartenarbeit gingen die Leiterinnen Sieglinde Hartmann, Maria Kahl und Daniela Preißinger ein. Sie bescheinigten den Kleinen großes Verantwortungsbewusstsein. Großen Wert legten die Mitarbeiterinnen auf Sprachenunterrichtung sowie Stärken des Selbstbewusstseins und der Zuverlässigkeit der Kinder.

Elternbeiratsvorsitzende Christine Pühl erinnert an die Veranstaltungen des Gremiums. Es werde wieder beim Bürgerfest der Stadt ein Angebot für Mädchen und Buben organisiert. Pühl dankte dem Diakonieverein für dessen verantwortungsvolles Handeln. Auch zweiter Bürgermeister und Stadtverbandsvorsitzender Karlheinz Schultes würdigte die geleistete Arbeit und das sehr hohe Niveau im Kindergarten.
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