Dem Ärger mal Luft gemacht

Während einer lebhaften Diskussion bei der CUU-Hauptversammlung wurde deutlich, wo der Schuh drückt. Es geht um schnelles Internet und noch viel mehr.

Nicht glücklich ist Josef Lehner, Vorsitzender der Christlichen Umland Union, im Zuge des bayernweiten Internetausbaues, dass ein Teil des nördlichen Umlandes keinen Breitbandanschluss erhält. Groß war deshalb der Frust, aber auch die Enttäuschung im Stadtrat, dass für so viel Geld vom Freistaat, der bei einer Million Euro maximal 850 000 Euro an förderfähigen Kosten zuschießt, wenig Leistung folgt.

Es kommt zwar eine schnelle Versorgung, das aber reicht nicht aus und ist nicht zukunftsfähig, betonte Lehner. Beim weiteren Ausbau der AS 43 lautet daher die Forderung der Kommunalvertreter, ein Leerrohr mit zu verlegen. "Das müsste zur Vorschrift gemacht werden, das ist vom Gesetzgeber versäumt worden". Auch der Ausbau des Mobilfunknetzes muss verbessert werden. In etlichen Orten ist ein Handyempfang gar nicht möglich. "Da muss man erst 500 Meter den Berg hoch laufen", sagte Lehner. Groß war darüber die Verwunderung eines tschechischen Arbeitskollegen des Vorsitzenden in einem Auerbacher Unternehmen. Die Realität im Nachbarland: "Bei uns ist Handy-Empfang überall möglich".

Warten heißt das Zauberwort im Zusammenhang mit dem Ausbau der Dornisch-Kreuzung/B85 zur Regelung mit einer Kreisverkehrsanlage. "Überall ist es möglich, nur in Richtung Amberg muss verampelt werden", lautetet die harsche Kritik der CUU am Straßenbauamt. "Das spricht gegen jede Vernunft". Von Betriebsblindheit in Amberg war die Rede. "Das ganze Geld wird in Brücken investiert", machten die Versammelten ihrem Ärger Luft, da die Verkehrsteilnehmer die halbe Zeit stehen. Das Argument der Behörden über die Schwierigkeit, die Fußgänger über die B 85 zu bringen, ließ man nicht gelten. Das Problem könne mit einer Ampel gelöst werden.

Anruf-Taxi angeregt

Angeregt wurde die Einrichtung eines Anruf-Taxis, das auf Bedarf startet. "Jeder spricht von Sparen, der von ZNAS eingesetzte Bus tourt an 280 Tagen im Jahr mit kaum Fahrgästen an Bord durch die Gegend." Das überraschende Unwetter vor zwei Wochen, das viele Überschwemmungsschäden in einigen Straßen im Ortsteil Nitzlbuch nach sich zog, griff Gerhard Lindner auf. Er bemängelte, dass bei der Stadt niemand zu erreichen war. "Am Siechen dagegen hat es vor zwei Jahren in ähnlicher Situation großen Auflauf gegeben". Lehner empfahl, Kontakt mit dem Bauamt aufzunehmen, um eventuell mehr finanzielle Mittel für die Instandsetzung zu erhalten. Lindner forderte auch mehr Mitspracherecht der Jagdgenossen beim Wegebau und künftig gemeinsame Begehungen. Erfahrungen der Landwirte wurden bisher in den Wind geschlagen. Auch der Ausbau von Gehsteigen wurde in die Debatte geworfen, doch gute Lösungen seien oft nicht gesetzeskonform, erläuterte der Vorsitzende.

"Ein Gehsteig wäre auch für uns in Nitzlbuch ein Traum", brachte Martina Trenz in Erinnerung. "Wir zollen jedem Respekt, der Grund dafür hergibt", ließ Lehner wissen und machte sich stark dafür: "Die Stadt sollte im Gegenzug beim Grunderwerb nicht kleinlich gegenüber den Besitzern sein." Nicht nur die Betroffenen anschreiben, sondern mit den Leuten reden, ist seiner Meinung nach der wesentlich effektivere Weg.
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