Dem Gericht zuvorkommen

Mit Blumen verabschiedete Maria Förster (links), die Leiterin des Seniorenclubs, Referentin Monika Helmstreit. Gerne nahmen die Zuhörer das Angebot der Mitarbeiterin des Landratsamt an, bei konkreten Fragen Auskunft zu geben. Bild: rn

Wer soll im Ernstfall Entscheidungen treffen, wenn man selbst nicht in der Lage ist? Wie können eigene Wünsche dabei Beachtung finden? Welche Vorkehrungen dafür zu treffen sind, erläuterte Monika Helmstreit bei einem Vortrag.

Mit dem Thema "Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung" begann das Jahresprogramm des Seniorenclubs. Als Referentin appellierte Monika Helmstreit von der Betreuungsstelle des Landratsamts an die Zuhörer, Entscheidungen nicht zu verdrängen oder auf später hinauszuschieben. Es gelte, Vormundschaftsgerichten zuvorzukommen.

Helmstreit nahm die Inhalte der Notfallmappe des Landkreises als Anhaltspunkt und rief die Senioren auf, mit einer Vorsorgevollmacht eine Vertrauensperson mit der Vertretung in allen Angelegenheiten der Gesundheitssorge und Pflege zu ermächtigen. Anhand von Fallbeispielen erläuterte die Referentin mögliche Entscheidungen.

Wohnungsangelegenheiten

Zu diesen gehört nicht nur die Einwilligung in das Unterlassen oder Beenden lebensverlängernder Maßnahmen, sondern auch, was freiheitsentziehende Maßnahmen in Heimen betrifft, zum Beispiel mit Gittern. Ebenso können Aufenthalt und Wohnungsangelegenheiten sowie die Vertretung bei Behörden und Rechtshandlungen geregelt werden.

Zur Vermögensvorsorge gab Helmstreit den Rat: "Die Konto-Depotvollmacht sollten Sie grundsätzlich in Ihrer Bank oder Sparkasse unterzeichnen; etwaige spätere Zweifel an der Wirksamkeit können dadurch ausgeräumt werden." Zur Erhöhung der Akzeptanz und Glaubwürdigkeit der Vollmacht empfahl die Mitarbeiterin des Landratsamts, sich von einem Arzt bestätigen zu lassen, dass der Verfasser der Verfügung zum Zeitpunkt der Abfassung der Vollmacht geschäftsfähig war und deren Inhalt verstanden hat.

Mit Hausarzt besprechen

"Die Patientenverfügung geht ins Leere, wenn Sie nicht das wichtige Instrument Versorgungsvollmacht erlassen haben." Mit dieser Aussage leitete die Referentin zur zweiten Willensentscheidung über. Sie sah in der Patientenverfügung eine Möglichkeit festzulegen, "wie will ich in bestimmten Krankheitssituationen behandelt oder nicht behandelt werden". Für sinnvoll erachtete sie es, mit dem Hausarzt Inhalte und deren Auswirkung zu besprechen und die Verfügung alle zwei Jahre zu überprüfen und neu zu unterzeichnen. Dadurch bleibe sie aktuell.

Nach diesem ernsten Thema stimmte Clubleiterin Maria Förster heitere Töne an. Der Gratulationscour für Jubilare folgten zu vorgerückter Stunde stimmgewaltig die sieben Strophen von "Wir sind Senioren" zur Melodie von "Wenn wir erklimmen".
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