Dem Himmel am nächsten

Die Zelebranten der Festmesse am Altar (von links): Pfarrer Hans Hammer, Pfarrer Norbert Götz, Weihbischof Reinhard Pappenberger und Pater Robert Schmidbauer. Bild: bas

Auf dem Johannisberg hat der Kanon der Wallfahrts-Bergfeste für heuer seien Anfang genommen. Er ist die höchste Erhebung, auf der gefeiert wird, und Johannes der Täufer der Namensgeber.

(bas) "Herr, es ist gut, dass wir hier sind." Mit diesen Worten begrüßte Pfarrer Norbert Götz die vielen Festgottesdienstbesucher auf dem Johannisberg vor dem Namenstag des Hl. Johannes des Täufers. Der Geistliche eröffnete damit die Reihe der Bergfeste im Landkreis auf deren höchster Erhebung. Er zeigte sich erfreut über die vielen Besucher, vor allem über die Fußwallfahrer aus dem Oberland, aus Rottendorf, Kemnath, Lintach, Pursruck und Etsdorf.

Ein besonders Grüß Gott richtete der Geistliche an den Hauptzelebrant und Festprediger, Weihbischof Reinhard Pappenberger aus Regensburg, Pater Robert Schmidbauer, Pfarrer Hans Hammer und Diakon Dieter Gerstacker. Der Ortsgeistliche bezeichnete Johannes den Täufer als Wegweiser, der mit seinem Finger auf Jesus Christus, das Licht, deute. Der Namensgeber des Johannisbergs führe die Menschen zusammen.

Der Montechor - bestehend aus den Männerchören aus Freudenberg, Ehenfeld und Hirschau - unter der Leitung von Saskia Krügelstein umrahmte den Gottesdienst mit der Chiemgauer Messe. Festprediger Weihbischof Reinhard Pappenberger wehrte sich in seinem Vortrag gegen den Eindruck, die Kirche hinke der Zeit hinterher. "Die Kirche ist jetzt zeitnäher als je zuvor."

Gleichgewicht gestört

Das zeige sich vor allem in der Enzyklika Laudato si von Papst Franziskus. In diesem Lehrschreiben plädiere der Papst unter anderem dafür, die Erde als das gemeinsame Haus aller Kreaturen besser zu schützen und Gerechtigkeit und Frieden auf der Welt anzustreben. Die Welt scheine heute aus den Fugen geraten zu sein und im Chaos zu versinken. "Unsere heile Welt wackelt", sagte er. Der Mensch könne viel, aber Notwendiges wie das gerechte Verteilen der Güter auf der Welt "haben wir nicht im Griff". Der Prediger erinnerte auch an den Weltflüchtlingstag, an 60 Millionen Flüchtlinge, darunter 20 Millionen Kinder. Der Papst bitte uns, mit den Armen zu teilen. "Da hilft uns Johannes der Täufer. Er hat uns Fingerzeige gegeben."

Pfarrer Norbert Götz lud am Schluss des Festamtes die Gläubigen zum Verweilen auf dem Berg und für morgen zum Gottesdienst auf dem Johannisberg um 9.30 Uhr ein. Am Namenstag des hl. Johannes feiert die Pfarrei dann ihr Patrozinium. An diesem "Freudenberger Nationalfeiertag" predigt Kaplan Franz Xaver Becher aus Sulzbach-Rosenberg.

Das weltliche Fest

Nach der seelischen, ließen sich die zahlreichen Besucher zur leiblichen Stärkung auf den Bierbänken unter den Buchen oder vor der Johannisbergkirche nieder, nachdem es kurzzeitig aufhellte. Neben Bier und Bratwürsten bot der Heimat- und Kulturverein Käse, Kaffee und Kuchen an. Man traf sich mit alten Freunden und Bekannten. So wurde dieser Festtag ein Tag der Begegnung und des Gesprächs, zünftig untermalt von der Hammerbachtaler Blous'n.
Weitere Beiträge zu den Themen: Freudenberg (2767)Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.