Dem Risiko gerüstet begegnen

Ein gewohntes Bild bei Hochwasser: der überschwemmte Sportplatz. Damit kann die Stadt leben, doch wie schaut es mit sensiblen Bauten aus? Beim Hochwassergespräch wurden Schutzmaßnahmen thematisiert. Achivbild: Bugl

In der amtlichen Risikobewertung ist die Stadt Pfreimd dem Hochwasser "in besonderer Weise ausgesetzt". Im Rathaus setzte sich eine Expertenrunde mit Schutzmaßnahmen auseinander.

Pfreimd. (hm) Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes Weiden und des Landratsamtes Schwandorf, Bürgermeister Richard Tischler, Verwaltungsmitarbeiter, Klärwärter und Wasserwart sowie Vertreter von THW, Wasserwacht und örtlichen Feuerwehren verzahnten ihr Wissen fürs sogenannte "Hochwasserrisikomanagement".

Ziel des Arbeitstreffens war es, sich im Hinblick auf die in unterschiedlichen Zeitabständen immer wieder auftretende Hochwassersituation um die bestmögliche Vorsorge zur örtlichen Gefahrenabwehr zu bemühen.

Günther Michler vom Wasserwirtschaftsamt Weiden übernahm zusammen mit seinen Mitarbeitern die Moderation. Er machte deutlich, dass die Stadt entsprechend der amtlichen Risikobewertung "in besonderer Weise" der Hochwassergefahr ausgesetzt sei und deshalb vorsorgender Schutz angesagt wäre. Wichtig seien Maßnahmen, die im Idealfall vorbeugend wirken, aber auch im Eintritt des Katastrophenfalls das Rüstzeug geben, mit den auftretenden Problemen effektiv umzugehen.

Zur Visualisierung der Gefahren und Risiken hatte die Wasserwirtschaftsverwaltung Hochwasserrisikokarten erstellt. Diese bilden nun die Grundlage für die Aufstellung eines Hochwasserrisikomanagementplanes auf lokaler Ebene. Und hier waren nun die Fachleute vor Ort gefragt, die bestehenden örtlichen Risiken zu definieren und Maßnahmen zur Verringerung des Risikos zu entwickeln.

Gemeinsam arbeitete die Runde entsprechende Fragebogen ab, in denen es um die Schutzgüter Mensch, Umwelt, Kulturerbe und Wirtschaft ging. Welche Bauwerke, Objekte und Gebiete sind einem besonderen Risiko ausgesetzt? Zu nennen waren hier beispielsweise das Altenheim St.-Johannis-Stift, die komplette Klosteranlage mit Franziskuskindergarten, aber auch gewerbliche Betriebe oder Pumpstationen öffentlicher Einrichtungen, kulturelle Objekte wie das Bürgerhaus und die Pfarrkirche, wobei jeweils die Risikohäufigkeit abzuschätzen war.

Schließlich standen auch planungs- und baurechtliche Verfahrensfragen im Hinblick auf die Hochwasserrelevanz zur Debatte. Inwieweit werden Hochwasserrisiken im Rahmen der Baugenehmigung berücksichtigt? Wird bei Fortschreibung des Flächennutzungsplanes der vorbeugende Hochwasserschutz eingebunden? Wie erfolgt die Information der Bevölkerung, von Bauherren und Wirtschaftsunternehmen?

Diese und viele andere Fragen waren von der Runde zu beantworten, bevor Günther Michler ein positives Resümee zog und ankündigte, die Ergebnisse der Arbeitssitzung in die amtliche Planung einzuarbeiten. Eine Vorlage des lokalen Hochwasserrisikomanagement-Planes bis Jahresende an die Stadt Pfreimd ist das Ziel der Wasserwirtschaftler.
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