Dem Wild perfekt auf der Spur

Prüfungsteilnehmer und Ausbilder bzw. Prüfer präsentieren sich stolz: Alle haben bestanden. Bild: Gebhardt
 
Prima apportiert hat "Merlin", jetzt gibt er die Ente an sein Herrchen aus, wie er es gelernt hat. (Bild: Gebhardt)

Angeschossenes Wild sicher finden, tote Enten nach der Jagd aus dem Weiher apportieren und vieles andere mehr: Die Brauchbarkeitsprüfung ist für den Jagdhund ein ganz schöner Brocken. Beim Jagdverband zeigten sieben Vierbeiner, was sie drauf haben nach sechs Monaten Ausbildung.

Sulzbach-Rosenberg. (ge) Sie bewährten sich "mit tiefer Nase", die vierbeinigen Helfer der Jäger, bei der Brauchbarkeitsprüfung für Jagdhunde. Die Kreisgruppe Sulzbach-Rosenberg im Bayerischen Landesjagdverband führt diese "Gesellenprüfung" durch: Die Hunde müssen suchen, apportieren, schwimmen und vieles mehr. Vorangegangen war seit April ein halbjähriger Abrichte-Lehrgang, den auch "Zivil-Hunde" mit der Gehorsamsprüfung abschlossen. Für die Jagdhunde ging es dann noch ein Vierteljahr weiter bis in den Herbst hinein. An der Brauchbarkeitsprüfung dürfen nur Hunde mit zugelassenen Papieren teilnehmen.

Prüfungsleiter Winfried Sauerländer begrüßte BJV-Kreisgruppenvorsitzende Lore Kaiser und dankte dem Forstbetrieb Schnaittenbach sowie den Jagdpächtern Thomas Ulrich und Dr. Ilse Stephan für die Bereitstellung des Übungs- und Prüfungsgebietes, anschließend den Bläsern der Jagdhorn-Gruppe Sulzbach-Rosenberg für die Eröffnungssignale.

Mit Richter-Obmann Karl Loos prüften Dr. Christa Berberich und Hermann Engelhard, mit Richter-Obmann Gerd Ponkratz arbeiteten Thomas Kaiser, Rudi Grädler und Holger Kopp. Geprüft wurden die Hunde für die Anforderungen in allen Revieren oder für reine Schalenwildreviere.

Schwere Aufgaben

Die Nachsuche auf angeschossenes Wild simulierte eine Übernacht-Schweißfährte im Staatsforst, der Hund musste der Spur durch den Wald 400 Meter und zwei Haken weit folgen, bis er das tote Reh gefunden und ordnungsgemäß seinem Herrn "verwiesen" hatte.

Eine Haarwildschleppe im Wald über 300 Meter meisterten alle Hunde bravourös und apportierten das Kaninchen ebenso reibungslos wie die Ente, die nach 150 Metern auf der Wiese am Schluss der sogenannten Federwildstrecke lag.

Als letzten Punkt durften einige Hunde an einem Weiher ihre Wassertauglichkeit unter Beweis stellen: Die tote Ente wurde in hohem Bogen über den Schilfgürtel in einen Weiher geworfen und war trotz Schrotschuss selbstständig vom Hund zu finden und vorschriftsmäßig zu apportieren.

Sieben auf einen Streich

Alle Hunde bestanden: "Quandi vom Leinawald", ein Deutscher Wachtel-Rüde mit Führer Thomas Maul, "Paartal Pioneers Irazu", eine Flat-Coated-Retriever-Hündin mit Iris Mulitzer-Baur, "Mirko vom Zerling", Deutscher Wachtel-Rüde mit Christian Riedl, die Rauhaar-Dackelin "Merle vom Lorzdorf" mit Gisela Lehnerer, der Rauhaarteckel "Saruk vom Linteler Forst" mit Karl Winkler, die Deutsch-Drahthaar-Hündin "Freya vom Juragrund" mit Hermann Siegert sowie "Jago vom Försterhaus", ein Deutsch-Drahthaar-Rüde mit Karl Lang.

Mit dem Bestehen dieser offiziellen Prüfung, so Kursleiter Winfried Sauerländer am Ende, seien die Hunde auch vor dem Gesetz als brauchbar eingestuft. Die Vorschriften besagten ganz klar, dass zur Such-, Drück-, Riegel- und Treibjagd sowie natürlich zur Wasserjagd "brauchbare Hunde in genügender Anzahl mitgeführt und zur Nachsuche verwendet werden müssen".

Sauerländer konnte am Ende im Gasthaus Michl in Dietersberg an alle Hundeführer die begehrte Urkunde aushändigen - ihre treuen "Jagdhelfer" hatten ganze Arbeit geleistet.
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