Demenz: Möglichkeiten für Angehörige, Denkanstöße für Fachleute

Mit steigender Lebenserwartung nimmt das Problem Demenz zu, so SEGA-Geschäftsleiterin Jutta Streher. Laut Statistik beginnt das Pflegerisiko ab dem 70. Lebensjahr. Wird der Ehemann früher pflegebedürftig als die Frau, versucht sie ihn zu Hause zu pflegen, oftmals mit Unterstützung von ambulanten Diensten.

Obwohl die häusliche Versorgung durch Angehörige die häufigste Pflegeform ist, skizzierte Streher die aktuelle Entwicklung: 1970 hatten Familien mehrere Kinder, meist im gleichen Ort lebend, viele Frauen waren Hausfrauen und konnten so die älteren Angehörigen pflegen. Heute leben die Kinder oft im ganzen Bundesgebiet verstreut, Frauen arbeiten ebenfalls viel häufiger.

Mit der wörtlichen Übersetzung von Demenz (lateinisch "ohne Geist sein") verdeutlichte Streher, was mit Betroffenen passiert. Sie verlieren die Kontrolle über ihr Denken und damit über sich selbst. Dadurch verändern sich Persönlichkeit und Verhaltensweise, was den Umgang mit Dementen oft schwierig macht. "Unser Ziel ist es, Angehörigen neue Perspektiven und Möglichkeiten aufzuzeigen, aber auch Fachleuten Denkanstöße zu geben", sagte sie. Mit "Demenz leben" sei für alle in der Gesellschaft eine Herausforderung, die es zu meistern gelte.

"Wir wollen durch praktisch orientierte Lösungsansätze aufzeigen, wie eine Region mit Projekten auf den demografischen Wandel reagieren sollte", erklärte Streher. Mit Projektpartnern will SEGA für Demenz sensibilisieren und mithelfen, den Betroffenen selbst ihre Würde und Freude am Leben zu erhalten. (usc)
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