Der aktivste Ortsverein im Kreis

Zu den Jubilaren gehörte auch der wiedergewählte Vorsitzende. Von links 3. Bürgermeister Norbert Gradl, Alfred Melchner, Luise Klima, Engelbert Raß, Bezirksrevisorin Ursula Rähr und Helga Ehrl. Bild: cs

Mehr denn je kommt es im Kampf gegen die sozialen Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft auf die Arbeiterwohlfahrt an, glaubt Alfred Melchner: "Der Staat zieht sich immer mehr aus seiner Verantwortung zurück. Deshalb müssen wir darauf aufmerksam machen."

Nach 30 Jahren ist für Melchner noch nicht Schluss: Die Hauptversammlung des AWO-Ortsvereins im Gasthaus Deml bestätigte den Vorsitzenden im Amt. Er gab im Gegenzug eine Hausaufgabe auf: "Das Werben um Neuzugänge ist nicht nur Sache des Vorstandes. Auch Mitglieder sind dazu aufgerufen."

"Gerade ältere und alleinstehende Menschen haben", unterstrich Alfred Melchner in seinem Rückblick, "auch einen Platz in der Gesellschaft." Auf die Überalterung der Gesellschaft habe der Gesetzgeber mit Abschlägen bei der Rente reagiert. Die Reformen der vergangenen Jahre führten zu einer gespaltenen Gesellschaft. Ein wachsender Teil der Bevölkerung werde künftig mit Altersarmut konfrontiert sein, befürchtet Melchner. Schon die Rentner von heute müssten mit Inflationsverlusten zurechtkommen, da sich Anhebungen unterhalb der Teuerungsrate bewegten.

Auch die Arbeiterwohlfahrt Auerbach stuft sich als alternder Verein ein: 31 Personen - 37 Prozent der Mitglieder - haben ein Alter von 80 Jahren und mehr erreicht. Daraus zog Melchner den Schluss, dass ein Wohlfahrtsverband mit zunehmendem Alter der Menschen anerkannt werde. Trotz der rückläufigen Entwicklung seit der Hauptversammlung 2012 von 95 auf derzeit 83 Mitglieder könne aber nicht von einem sterbenden Verein die Rede sein, zumal es in diesem Zeitraum auch Neuzugänge zu verzeichnen gab. Stellvertretend für alle 15 Verstorbenen galt Otto Schmidbauer als ältestem Mitglied ein ehrendes Gedenken.

Jeden dritten Dienstag

Das Betreuungsangebot bei der AWO Auerbach beinhaltet jeden dritten Dienstag im Monat ein Treffen, meist mit Fachvorträgen aus dem Gesundheitswesen und rechtlicher Aufklärung. Auch Weihnachtsfeier und Faschingsveranstaltung sind feste Bestandteile. Die Sommermonate werden für Ausflüge in die engere und weitere Umgebung genutzt. Am Dienstag, 19. Mai, führt die Frühlingsfahrt zur Wallfahrtskirche Kappl bei Waldsassen mit Abstecher zum Grab der Konnersreuther Resl.

Engagiert für Mali

Engagiert ist die AWO Auerbach auch in der Mali-Hilfe. Für eines der weltweit ärmsten Länder hat die Arbeiterwohlfahrt auf Bayernebene eine Patenschaft übernommen.

3. Bürgermeister Norbert Gradl stellte in seinen Grußworten klar, dass die AWO nicht an Bedeutung verliere: "Sie kümmert sich jetzt mehr um ältere Menschen und ist nach wie vor eine sehr wichtige Einrichtung." Gradl erinnerte, dass sich die in der SPD verwurzelte AWO, die in vier Jahren den 100. Geburtstag feiern kann, seit ihrer Gründung gerade für die soziale Förderung der Arbeiterfamilie eingesetzt habe.

Grüße des Bezirks- und Kreisverbands überbrachte Bezirksrevisorin Ursula Rähr. Der Ortsverein Auerbach sei so rege wie kein anderer derzeit im Kreisverband Amberg-Sulzbach, lobte sie.

Über die drei zurückliegenden Geschäftsjahre berichtete Schatzmeister Rudolf Graml. Die Kassenprüfer Peter Iger und Eduard Rauch hatten keinen Grund zu Beanstandungen und empfahlen die Entlastung.

Für 25 und 40 Jahre geehrt

Für langjährige Treue zur Arbeiterwohlfahrt wurden geehrt: Eduard Rauch, Engelbert Raß, Alfred Melchner für 40 Jahre, Helga Ehrl und Luise Klima für 25 Jahre. Nur wenig Veränderungen erbrachten die Neuwahlen durch die 41 Stimmberechtigen (siehe Tabelle).
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