Der Denkmalschutz ist am Zug

Acht lange Jahre suchte die Gemeinde Etzelwang nach einem Käufer für das denkmalgeschützte Schusterhaus. Der letzte Interessent ist jetzt abgesprungen. Bürgermeister Roman Berr sieht zwei Alternativen. Er will deshalb nun Klarheit von der zuständigen Behörde.

Seit acht Jahren versucht die Gemeinde für das denkmalgeschützte Schusterhaus einen Käufer zu finden. Jetzt hat ein hoffnungsvoller, positiv zum Denkmalschutz stehender Interessent seine Kauf- und Sanierungsabsicht wieder zurückgenommen. Deshalb diskutierten die Gemeinderäte in ihrer Sitzung im Gasthaus Dorn über das weitere Vorgehen.

Aus jungem Holz

Ein Gutachten über die erforderlichen Reparaturen hatte ernüchternde Ergebnisse gebracht. Das Grundmauerwerk hätte stabilisiert, Dachstuhl und Holzböden vollständig erneuert werden müssen. Mit einem Gebälk und Böden aus jungem Holz verliere das Haus den gewünschten Denkmalcharakter, bedauerte der Interessent.

Die Sanierungskosten belaufen sich auf 465 000 Euro. Zwar würde das Amt für Dorfentwicklung 120 000 Euro zuschießen, aber der restliche Batzen wirke auf potenzielle Käufer weiter abschreckend. Die Kommune sieht sich angesichts vorrangiger Investitionen nicht in der Lage, dieses Gebäude zu erhalten.Wenn nicht andere Stellen - wie zum Beispiel der Denkmalschutz - bedeutende Summen beisteuern, droht dem Schusterhaus der Abriss. Dabei dachten die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung auch daran, dass die frei werdende Fläche jetzt noch in die Dorferneuerung einbezogen werden könnte.

Aus der Diskussion nahm Bürgermeister Berr den Anstoß mit, der Denkmalschutzbehörde die Problematik zu schildern. Besteht sie auf dem Erhalt des Gebäudes, will er im Gegenzug einen satten Zuschuss einfordern.

Um einen Investor zu gewinnen, müsse man ihm die Sanierung zu einem erschwinglichen finanziellen Aufwand zusichern können.
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