"Der Druck ist weg"

Gotthard Färber feiert am Sonntag seinen 65. Geburtstag. Bild: Huber

Mit dem Rentner-Gruß "Ich hab keine Zeit!" kann Gotthard Färber nichts anfangen. "Ich habe Zeit", freut sich Riedens Altbürgermeister. "Und wenn nicht, dann nehme ich sie mir."

Am Sonntag zum Beispiel, wenn der Kommunalpolitiker im Ruhestand seinen 65. Geburtstag feiert. Dann gönnt er sich mit seiner Frau Hedwig eine Wellness-Auszeit in Bad Griesbach.

Im Alter von 65 kann Färber eine stolze Bilanz vorweisen. Politisch sowieso, aber auch privat. Denn die Familie, so betont der Mann, der 24 Jahre lang die Geschicke der Marktgemeinde geleitet hatte, steht mittlerweile konkurrenzlos im Mittelpunkt. "Die Enkel sind mein ganzer Stolz", sagt Färber. "Und endlich habe ich auch die Gelegenheit, meiner Frau etwas zurückzugeben." Viele Jahre habe das Familienleben zurückstehen müssen. "Das ist jetzt vorbei." Und so sehen die Nachbarn den Färber-Kik immer wieder mal die Hecken schneiden, Rasen mähen und Pflaster verlegen. Oder sie beobachten ihn, wie er nach Taubenbach abdüst, wo er zusammen mit vier Freunden einen Fischweiher bewirtschaftet. "600 Forellen sind da drinnen und 100 Saiblinge. Alles zum Eigenverbrauch", erzählt der Hobby-Fischer. Auch größere Gewässer ziehen ihn an. Heuer war er schon mit einem Katamaran in der Karibik unterwegs, wanderte am Strand von Madeira und schwamm in den Buchten von Rhodos.

"Übergang gut gelungen"

Der ehemalige Bürgermeister lädt seine Akkus auf und mischt sich nicht mehr in die Politik ein. "Der Übergang in Rieden ist gut gelungen", findet er. "Der Erwin Geitner macht das schon so, dass es passt." Von einer anderen Leidenschaft will sich der 65-Jährige allerdings nicht trennen. "Dem FC Rieden bleibe ich natürlich treu." Seit dem Tod von Gründungsmitglied Alfred Hauser leitet Färber den 57-köpfigen Förderkreis des Sportvereins. Erst vor wenigen Tagen gab es 1200 Euro an Unterstützung, Ende September folgt eine satte Spende für die neue Flutlichtanlage.

Gotthard Färber hat nicht nur die Gemeinde Rieden, sondern auch den Landkreis geprägt. 1978 zog er im Alter von 27 Jahren in den Marktrat ein. 1990 folgte die Wahl zum Bürgermeister. In seiner Ägide entstand in den 90er Jahren das Pferdesportzentrum in Kreuth. Nachfolger Geitner summierte die kommunalen Investitionen, die während Färbers Amtszeit getätigt wurden, auf 31 Millionen Euro. Sehr viel Geld für einen Rathauschef - doch nun sind für Färber andere Werte in den Mittelpunkt gerückt. "Der Druck ist weg. Die Termine sind weg. Ich genieße es", sagt er und freut sich auf den Kurzurlaub mit seiner Frau in Niederbayern.
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