Der Galgen als Wegbegleiter

Was sich auf den historischen Verkehrswegen durch Wernberg so abspielte, was transportiert wurde, wie es um Geleitrechte und Zoll bestellt war - Orts- und Kreisheimatpfleger Leo Berberich kann aus einem reichen Fundus schöpfen.

Wernberg-Köblitz. Das versierte Wissen des Heimatpflegers wissen die Wernberg-Köblitzer zu schätzen. Hermann Meiller, der zweite Vorsitzende des Kulturforums, freute sich, dass so viele Zuhörer der Einladung zu dem doch recht wissenschaftlich anmutenden Themenabend in den Saal des Landgasthofes Burkhard gefolgt waren. Sein besonderer Gruß galt Bürgermeister Georg Butz und seiner Frau, dem Zweiten Bürgermeister Alexander Werner, Ruhestandspfarrer Dr. Schlosser und den Vertretern des Historischen Arbeitskreises "Der Stadtturm" aus Pfreimd.

Handgezeichnete Karten

Orts- und Kreisheimatpfleger Leo Berberich zeigte die Grundzüge der Altstraßenforschung anhand von verschiedenen Beispielen auf. Er verwies auf die vielfältige Literatur zu diesem Thema und schloss die von Hans Bäumler 1998 verfasste Ortschronik ein. Mit Ausschnitten von im 16. Jahrhundert handgezeichneten Karten stellte Berberich historische Verkehrswege dar und präsentierte mit dem Galgen an der Straße von Pfreimd nach Wernberg ein eindrucksvolles Bild früher "Wegbegleiter".

Die Orts- und Geschichtsbeziehungen von Wernberg-Schütthütten - so hieß die Siedlung früher - mit den Facetten Geleitrechte, Eisenerzeugung, Eisenhammer, Brückenbau und Zoll waren weitere Stationen in den Ausführungen Berberichs. Er ging auch auf neue Ansätze in der Altstraßenforschung durch den Arbeitskreis "Andiamo" (Arbeitskreis eines Netzwerkes der Altstraßen in der mittleren Oberpfalz) ein. Der Heimatforscher zeigte verschiedene Beispiele aus der näheren Umgebung zur Arbeitsweise bei den Untersuchungen auf und erläuterte die Verwendung der Hilfsmittel "Schummerungskarten" und GPS-Geräte.

Ein Teil des Vortrages galt den Fotoaufnahmen von Altstraßenspuren, die eigentlich Franz Neblich präsentieren wollte. Ihm war aber ein Arbeitseinsatz in Afrika dazwischen gekommen. Leo Berberich gelang es mit seinem Vortrag, den Wert der Kulturlandschaftselemente "Altstraßen" ins Blickfeld zu rücken.

Anhand der im Saal ausgelegten Objekte, wie dem geschmiedeten Hemmschuh - eine freundliche Leihgabe des Freilandmuseums Neusath-Perschen - , dem Hufeisen aus dem 13. Jahrhundert, dem Brückenpfosten aus dem 16. Jahrhundert und den zahlreichen historischen Karten an den Ausstellungswänden, konnten sich die Besucher im Anschluss an den Vortrag noch selbst auf Spurensuche zum Thema begeben.

Exkursion vorgesehen

Die vom Kulturforum Wernberg-Köblitz als Ergänzung zu dem Vortrag geplante Exkursion zu Altstraßenspuren in der näheren Umgebung wird rechtzeitig bekannt gegeben.
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