Der Glaube als lebendiger Stein

Zu einem eindrucksvollen Gottesdienst trafen sich am Samstagvormittag Gläubige vor dem verfallenen Kloster der Kongregation der Barmherzigen Schwestern in Cheb/Eger. Eine Feier, die ein Zeichen für den Glauben setzen sollte.

Den Gottesdienst zelebrierten Waldsassens Stadtpfarrer Thomas Vogl und der tschechische Priester Richard Maria Polak aus dem Bistum Pilsen. Gesanglich umrahmte die Messe das Doppelquartett des Waldsassener Männergesangvereins unter der Leitung von Andreas Sagstetter. Das ehemalige Kloster steht am Ortseingang von Cheb (aus Richtung Waldsassen kommend). Es ist von der Straße aus kaum zu erkennen; Bäume und Hecken verdecken den imposanten Bau, der immer mehr verfällt. Eine Rettung dieses Klosters, so Experten, scheint kaum möglich.

In seiner Predigt betonte Stadtpfarrer Thomas Vogl, dass es dennoch wichtig sei, hier einen Gottesdienst zu halten. Es gelte klarzumachen, was diesen Ort geprägt habe. Der Blick auf die Kirche, mache einem Wesentliches bewusst. Schon Apostel Petrus habe gesagt, lasst uns eine Kirche aus lebendigen Steinen aufbauen. Die Kirche sei Zeugnis der Lebendigkeit des Glaubens. Viele Gläubige in der ehemaligen Tschechoslowakei hätten der Einladung zu Gott, zu den Messfeiern, nicht folgen können. Auf der anderen Seite der Grenze, so Pfarrer Thomas Vogl, konnten die Gläubigen dieser Einladung folgen, machten dies jedoch vielfach nicht, weil sie gleichgültig geworden seien. Mit diesem Gottesdienst könne man ein Zeichen setzen, sich für den Glauben einsetzen. "Für die einen kann es ein Eckstein werden, an dem sie sich stoßen. Für die anderen kann es ein Fundament sein."
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