Der Gockel kräht wieder

Der vergoldete Wetterhahn steht noch in der Klosterkirche. Kirchenpfleger Karl Hirmer freut sich über die gelungene Restaurierung. Bilder: Völkl (2)

Xavier Parambi und Kirchenpfleger Karl Hirmer haben ihre Schätze schon parat, die in die große, goldene Kugel gepackt werden. Mitsamt Gockel dreht sie sich in wenigen Tagen wieder auf dem Turm der Klosterkirche. Vorher gibt es Weihwasser auf den Hahnenkamm.

Pfreimd. (cv) Von der Straße aus betrachtet, sah der Kirchturmgockel gar nicht so imposant aus. Als nun neben dem Klosterdach und dem Gebälk der Antoniuskapelle auch der Kirchturm restauriert wurde, griff das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach - beziehungsweise der Freistaat Bayern - ganz schön tief in die Geldschatulle. Der Zwiebelturm ist mit Kupfer neu eingeblecht. Auf die Spitze kommt der Gockel - geliftet und neu vergoldet. Immerhin hat er rund 200 Jahre auf dem Buckel.

Münzen und Zeitung

Derzeit ist er auf einem Holzgestell thronend in der Klosterkirche zu bewundern. Stattliche 2,50 Meter dürfte die Kombination aus Kugel, Kreuz und Gockel schon messen. Der Hahn dreht sich auf der goldenen Kugel, in die allerlei für die Nachwelt deponiert wird. Münzen von einem Cent bis zum Zwei-Euro-Stück, säurefrei geschriebene Schriftstücke mit den Namen von Stadtpfarrer Dr. Xavier Parambi, Pater Thomas, Pastoralassistent Christian Irlbacher und Kirchenpfleger Karl Hirmer. Nicht fehlen darf die aktuelle Ausgabe des "Neuen Tags".

Der Pfreimder Gockel wird am 1. Februar im 8-Uhr-Gottesdienst von Stadtpfarrer Dr. Xavier Parambi gesegnet und einen Tag später montiert. Von ihm behauptet der Volksmund folgendes: Wenn das Hinterteil stadteinwärts schaut und der Gockel auf Pfreimd sch. . . wird das Wetter schlecht, kräht er Richtung Stadtkern, soll es schön bleiben. Ob es stimmt? Man kann's ja mal im Auge behalten.

Bewährte Handwerker

Die Handwerker waren seit August 2014 auf der Klosterbaustelle tätig. Im Februar werden sie fertig sein. Dann bieten Klosterkirche, Antoniuskapelle und Kirchturm wieder ein schmuckes Erscheinungsbild. "Dank der guten Handwerker", so Stadtpfarrer Dr. Parambi und Kirchenpfleger Karl Hirmer. Sie freuen sich besonders, dass die Firma Buchfink die Kuppel so gut hinbekommen hat. Dem Gockel hat Stephanie Pfeffer ein goldenes Kleid verpasst. Federführend für die Gesamtmaßnahme ist das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach in Verbindung mit dem Ingenieurbüro Hans Siegmüller aus Regensburg. Es gab viel zu tun angesichts der Verformungen am Dachtragwerk der Antoniuskapelle, der Fäulnisschäden, der schadhaften Bibereindeckung, der Putzschäden und der Risse an der Fassade. Am Kirchturm war unter anderem die Kupferdacheindeckung korridiert, die Dachschalung als tragendes Element kaputt. Fäulnisschäden an der Stuhlkonstruktion, brüchiges Mauerwerk, Rostansätze im Stahlglockenstuhl und, und, und. Es gab allerhand zu tun.

Mit viel Zimmermannskunst wurden Ergänzungen und Reparaturen am Dachtragwerk der Kapelle und am Kirchturm vorgenommen. Die Zwiebel wurde komplett freigelegt, die Holzkontruktion der Turmzwiebel erneuert und ergänzt. Inzwischen ist sie neu eingedeckt, allerdings noch verhüllt wie von "Christo". Nur noch einige Tage, dann grüßt der demontierte, gereinigte und vergoldete Wettergockel wieder gen Pfreimd. Pfarrer Dr. Parambi freut sich sichtlich über die Renovierung der Klosteranlage und vor allem darüber, "das wir nichts dafür zahlen müssen". Träger ist der Eigentümer, der Freistaat Bayern.
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