Der "grüne Zweig" sprießt

Im Zweig "Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnik" ist das Experimentieren wesentlicher Bestandteil im Unterricht. Davon konnte sich Landrat Thomas Ebeling (Mitte) bei seinem gestrigen Besuch überzeugen. Deshalb ist auch Sonja Laemmler (rechts) vom Gymnasium an die "Berufliche Oberschule" gewechselt. Bild: rid

Sonja Laemmler ist vom Gymnasium an die Berufliche Oberschule gewechselt und hat die Sparte "Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnik" gewählt. Genauso wie 40 andere Jugendliche, die sich für den "grünen Zweig" entschieden haben. "Darin sehe ich meine berufliche Zukunft", begründet die junge Dame aus Wackersdorf ihren Schritt.

Schwandorf. (rid) Nach Hof, Landshut, Augsburg und Triesdorf hat das bayerische Kultusministerium den neuen Ausbildungszweig nun auch an die Berufliche Oberschule in Schwandorf vergeben. Für Oberstudiendirektor Ralf Bormann verschwindet damit "ein weißer Fleck" in der Oberpfälzer Bildungslandschaft. Der neue Zweig richte sich an alle Schulabgänger mit mittlerer Reife, die ihre Schwerpunkte auf die sogenannten MINT-Fächer "Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik" legen.

20 Firmen als Partner

Biologie- und Chemie-Lehrer Christian Eiblmeier betonte die "außerordentliche Praxisorientierung in der neuen Ausbildungsrichtung in einer topmodern ausgestatteten Schule". Er hat 20 Firmen in der Oberpfalz gewinnen können, die Praxisplätze anbieten. Die Hälfte der Zeit verbringen die Jugendlichen in diesen Praktikumsbetrieben. Im Unterricht werden die Erkenntnisse dann aufbereitet und gesichert.

Studiendirektor Michael Völkl, für das operative Geschäft an der Beruflichen Oberschule zuständig , ist zuversichtlich, den Zweig "Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnik" auf Dauer halten zu können. Noch sind die beiden Klassen Zweige der Fachoberschule (FOS). Eine BOS-Klasse sei diesmal noch nicht zustande gekommen.

Weil die Schüler sowohl aus dem Gymnasium als auch aus Mittel-, Real- und Wirtschaftsschule kommen, finden die Lehrer eine recht heterogene Gruppe vor. "Mit innerer Differenzierung gleichen wir die unterschiedlichen Voraussetzungen aus", ist sich Christian Eiblmeier sicher.

Ein Alleinstellungsmerkmal

Die intensive naturwissenschaftliche Ausbildung nennt er "ein Alleinstellungsmerkmal der Beruflichen Oberschule". Oberstudiendirektor Ralf Bormann stellt den Absolventen gute Studien- und Berufschancen in Aussicht: "Unsere Schüler schlagen sich an der Hochschule und im Beruf recht wacker". Die Berufliche Oberschule lege im Vergleich zum Gymnasium mehr Wert auf die praktische Ausbildung. Landrat Thomas Ebeling will "keinen Konkurrenzkampf unter den Schulen entfachen", sondern wünscht sich ein sinnvolles Nebeneinander der verschiedenen Schularten. Je nach Neigung und Interesse der Jugendlichen.
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