Der Klang barocker Hausmusik

Das Barock-Konzert im Hammerherrenschloss war einer der Höhepunkte des Jubiläumsjahres (von links): Jörg Meder, Christoph Hammer und Tenor Jan Kobow. Bild: e

Die Jahreszahl 1781 ist in das Portal des Theuerner Schlosses gemeißelt. Ein Konzert zum Jubiläum der Gemeinde hauchte diesem steinernen Zeugnis der Geschichte nun Leben ein.

Wer aufpasst, kann am Portal des spätbarocken Schlosses in Theuern die Jahreszahl 1781 lesen. Es ist die Zeit des späten Barocks, aber auch die Zeit der Entstehung des Theuerner Hammerherrenschlosses, dessen Grundsteinlegung exakt auf den 25. August 1780 datiert ist. Wie wird es zu jener Zeit ausgesehen haben, wie werden die Menschen gedacht haben und: Wie klang damals die Musik?

Ein glänzender Tenor

Diese Fragen haben zu einem inspirierenden Musikabend geführt. Sein Titel: "1781 - ein Konzert rund um das Gründungsjahr des Hammerherrenschlosses Theuern." Gut 60 Zuhörer fanden sich zu dieser musikalischen Zeitreise ein und erhielten natürlich Antworten auf die eingangs aufgeworfenen Fragen. Fazit: Vor gut 250 Jahren liefen die Uhren anders. Barock, das war die Zeit als man bei Hofe überwiegend französisch parlierte. Der Adel ergötzte sich am Klang der Hausmusik. Gute Sitte war es, dass die Frauen das Spiel der Instrumente lernten.

Das Konzert in Theuern prägten Werke der Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart, Christoph Willibald Gluck und Antonio Rosetti. Jörg Meder (Viola da Gamba), Christoph Hammer (Hammerklavier) und Tenor Jan Kobow gelten als Profis auf dem Gebiet der barocken Musik, als Meister an historischen Instrumenten. Wer bei ihrem Vortrag die Augen schloss, für den wurde die Reise zurück in die Barockzeit zu einem Erlebnis.

Besonders informativ waren die überleitenden Worte von Christoph Hammer zu den einzelnen Darbietungen, die mit Josef Martin Kraus' (1765 bis 1792) "Sey mir gegrüßt mein schmeichelndes Clavier" begannen. Tenor Jan Kobow glänzte bei den Liedern "Herr Bachus ist ein braver Mann" und "Wie selig, der ein Liebchen hat". Er zeigte, dass es nicht immer die großen Arien sein müssen: "Komm liebe Zither" oder die Lieder von Christoph Willibald Gluck, Johann August Graf von Töring, Carl August Cannabich und von Vincenzo Righini waren akustische Leckerbissen für die Liebhaber des Genres. Mit der Arie "J'ai perdu mon Eurydice" schloss ein bemerkenswertes Konzert mit drei außergewöhnlichen Künstlern und zufriedenen Konzertbesuchern.

Das Konzert war Teil des Jubiläums 900 Jahre Kümmersbruck und je 725 Jahre Gärmersdorf und Haselmühl.
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