Der letzte Wurf ist Chefsache

Der Auerbacher Spielertrainer Tobias Wannenmacher machte sich selbst das schönste Geburtstagsgeschenk. Mit der letzten Aktion des Spiels traf er zum 25:25-Ausgleich des SV 08 Auerbach beim HSV Bad Blankenburg. Bild: Ziegler

Trotz der Schluss-Sirene ist das Spiel noch nicht beendet. Die Schiedsrichter lassen die Uhr drei Sekunden zurückstellen. Dann kommt Spielertrainer Tobias Wannenmacher an den Ball, findet keine Anspielstation, macht zwei schnelle Schritte - und zieht ab.

In letzter Sekunde sicherten sich die Handballer des SV 08 Auerbach am Sonntag in der 3. Liga Ost beim HSV Bad Blankenburg ein wertvolles Remis. Die vor allem in der zweiten Hälfte äußerst spannende Partie endete mit einem Treffer von Tobias Wannenmacher an seinem Geburtstag zum 25:25 (13:8). Mit diesem wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt erhöhten die Oberpfälzer ihr Konto auf 5:9 und festigten den neunten Platz.

Auerbach war ohne Karsten Herold (fiebrige Erkältung) angereist. Dafür war Lars Goebel trotz seiner Verletzung dabei. Die Gäste begannen erstmals mit Andreas Bayerschmidt im Tor, ein Umstand, der dem Gegner Respekt abverlangte. "Wir haben uns natürlich auch von dem Namen Bayerschmidt etwas beeinflussen lassen," sagte HSV-Trainer Rüdiger Bones. "Schließlich ist das schon eine Hausnummer." Doch es war weniger der Torhüter, als vielmehr Andreas Wolf, der dem Spiel der Blau-Weißen seinen Stempel aufdrückte und elf Treffer erzielte.

Nach nervösem Beginn schafften es die Bad Blankenburger im Gegensatz zu den Auerbachern, ihre Fehlerquote zu verringern und mehr Ruhe in ihr Spiel zu bringen. Ein ums andere Mal nutzten sie die Fehler der Gäste zu schnellen und einfachen Gegentoren. Der Vorsprung wuchs stetig. Auch nach einer Auszeit der Auerbacher (20.) legten die Thüringer nach und führten zur Pause mit 13:8. Allerdings sah man den Spielern um Tobias Wannenmacher an, dass sie sich nicht kampflos in ihr Schicksal ergeben wollten, schon auch, um dem Trainer seinen Ehrentag nicht völlig zu vermasseln. Beim Stand von 15:9 sahen die Gastgeber schon wie der sichere Sieger aus. "Ich kann mir nicht erklären, warum wir plötzlich so hektisch geworden sind", sagte Rüdiger Bones im Nachhinein. Auerbach witterte Morgenluft, nutzte die sich jetzt häufenden Fehler der Gastgeber zu schnellen Treffern und verkürzte den Rückstand Tor um Tor. Spätestens beim Anschlusstreffer zum 19:20 war das Spiel wieder völlig offen (45.). "Mein Team hat heute Moral gezeigt und sich selbst von den hohen Rückständen nicht herunterziehen lassen" so Wannenmacher. In der 50. Minute erzielte Wolf trotz doppelter Unterzahl den kaum mehr erwarteten Ausgleich (21:21), Kenny Schramm wenig später sogar die 23:22-Führung. Doch Bad Blankenburg antworte mit drei Treffern zum 25:23. Andreas Wolf stellte nocheinmal den Anschluss her (25:24), doch Bad Blankenburg kam dadurch wieder in Ballbesitz.

Warum die Gastgeber bei nur noch 16 Sekunden auf der Uhr nach hinten passten und ein Zeitspiel riskierten, verstand danach niemand. Der Pfiff kam tatsächlich, die Sirene erklang und das Spiel schien beendet zu sein. Doch die Unparteiischen stellten die Uhr drei Sekunden zurück. Als das Spiel fortgesetzt wurde, konzentrierten sich die Gastgeber auf Andreas Wolf. Doch Tobias Wannenmacher bekam den Ball, fand keine Anspielstation, machte zwei schnelle Schritte und traf mit der Schluss-Sirene zum viel umjubelten Ausgleich. "Wir freuen uns riesig über diesen gewonnenen Punkt, wir müssen jeden Auswärtspunkt genießen", sagte Wannenmacher.
Weitere Beiträge zu den Themen: Auerbach (9490)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.