Der Meister der Pinselstriche

Nicht von Franz Defregger, aber anhand seiner Vorgabe "Heimkehrender Tiroler Landsturm im Krieg von 1809" entstand dieses Riedhammer-Bild. Der Hobbymaler brauchte dafür unzählige Stunden, um möglichst originalgetreu die Szene vom Empfang der siegreichen Kämpfer gegen Napoleon darzustellen. Bei einem Urlaubsaufenthalt in Südtirol vor 5 Jahren hatte es der Auerbacher im Reisegepäck. Höchst angetan wollte der dortige Schützenverein das Bild erwerben. Doch Max Riedhammer brachte einen Verkauf seines Werks nicht

Seine Handschrift tragen viele Kulissen und das schon über Jahrzehnte hinweg. Die jüngste Arbeit gehört mit zu den schwierigsten, und doch ist dem Auerbacher Hobbymaler Max Riedhammer damit ein Meisterstück gelungen.

Bis ins Detail wiedergegeben, ist für den Betrachter auf Anhieb unschwer die Ansicht von Regensburg mit Dom und Steinernen Brücke zu erkennen. Über 30 Stunden Arbeitszeit hängen an dem Werk, das am 20. Juni, die Festbühne im Antoniushaus in Regensburg schmücken wird. Anlass ist das Gründungsfest zum 110-jährigen Bestehen des dortigen Volkstrachtenvereins Almrausch Stamm.

Auftrag per Zufall

Der Auftrag des Jubelvereins hatte sich eher zufällig ergeben. Mit einer Abordnung folgte man der Einladung des Gaujugendleiters Andreas Götz zum Theaterabend des Auerbacher Heimat- und Volkstrachtenvereins im Kolpinghaus. Auch hier lieferte Max Riedhammer für den Dreiakter "Gipfelsturm" mit Farbe und Pinsel den passenden Hintergrund. Begeistert von der Kulisse, konnten die Gäste aus Regensburg gleich noch an diesem Abend über Sohn Thomas den Auerbacher Hobbymaler für ihr Vorhaben gewinnen, dessen Wiege im 15 Kilometer von der Domstadt entfernten Mintraching stand.

Als sechsjähriger Bub kam Riedhammer, durch die berufsbedingte Versetzung des Vaters im Jahr 1950, mit seiner Familie in die ehemals selbständige Gemeinde und jetzigen Auerbacher Ortsteil Nitzlbuch. Sein angeborenes Talent wurde von den Lehrern erkannt und eingesetzt. "Wenn etwas zu malen war, wurde der Max an die Tafel gerufen", erinnert er sich an seine Schulzeit. Beruflich schlug er einen anderen Weg ein, aber die Freude am Malen, insbesondere in Anlehnung an die Lüftlmalerei, verlor der gelernte Elektriker nie.

Bild mit dem Matterhorn

Über die Stadtgrenzen hinaus, im gesamten Landkreis bis ins benachbarte Fränkische, sprach sich seine Malkunst herum. Sein erstes Bild mit dem Matterhorn entstand im ehemaligen Lokal Schlossgarten, dabei lernte er die Wirtstochter Renate (Deinzer) kennen und lieben. Mit ihr kann er in absehbarer Zeit goldene Hochzeit feiern. Sie ist die beste Kritikerin seiner Arbeiten und mahnt eventuelle Schwachstellen an.

Sein Stadtbild zierte anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der dem heimischen Trachtenverein angeschlossenen Gesangsgruppe Auerbacher Boum die kleine Turnhalle. Später kamen die Bühnenbilder für die Aufführungen der Theatergruppe der Trachtler hinzu.

Holz-Schnupftabakdosen

Es blieb aber nicht nur bei Kulissen. Die Feuerwehr im oberfränkischen Plech wusste seine Arbeit zu schätzen und ließ sich zu ihrem 150-jährigen Jubiläum am Feuerwehrhaus den Schutzheiligen der Wehren anbringen. Abwechslung und eine weitere Herausforderung an die Kreativität bringt für Max Riedhammer der Werkstoff Holz, etwa beim kunstvollen Schnitzen von Schnupftabakdosen. (Zum Thema)
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