Der Nachwuchs hat das Sagen

Kommandant Christoph Emmerig: 45 Aktive der Feuerwehr Haidenaab-Göppmannsbühl hören auf das Kommando des 21-Jährigen. Bild: ikt

Obwohl er auf dem Papier noch zu jung ist, befehligt Christoph Emmerig als Kommandant rund 45 Aktive der Feuerwehr Haidenaab-Göppmannsbühl. Dabei hat er mit seinem duales Studium schon eine Menge zu tun.

Christoph Emmerig kommt im feuerwehrroten Golf angefahren, bietet gleich das "Du" an, wirkt entspannt und hat dabei ein Lächeln auf den Lippen. Ausführlich und geduldig erzählt er von sich und seiner Truppe.

Dabei könnte man meinen, dass der 21-Jährige zurzeit genug um die Ohren hat: Maschinenbau-Studium in Nürnberg, Arbeit bei Siemens in Kemnath, eine eigene Band, Zeit für Familie und Freunde und die Aufgabe als Kommandant der Feuerwehr Haidenaab-Göppmannsbühl. Doch das stresst Christoph Emmerig nicht, im Gegenteil, es macht ihm Spaß. "Ein duales Studium kann ich jedem nur empfehlen und fürs Weggehen am Wochenende hab ich schon auch noch Zeit", erklärt Emmerig mit einem Augenzwinkern.

Helfer in der Not

Im Januar 2015 wählten ihn seine Kameraden zum Kommandanten der Feuerwehr, doch angefangen hat alles schon ein paar Jahre früher. "Mit 12 war ich das erste mal bei der Feuerwehr, viele Freunde, mein Bruder und Vater waren auch schon dabei", erzählt er. Zehn Jahre später steht er an der Spitze von 45 aktiven Mitgliedern, denen er im Einsatz Anweisungen gibt. Offiziell darf er den Posten erst von seinem Vorgänger Volker Günthner übernehmen, wenn er am 8. November 22 Jahre alt wird. Das Feuerwehrgesetz sieht vor, dass nach dem 18. Geburtstag noch vier Jahre aktiver Dienst in der Feuerwehr geleistet werden, bevor die Amtsübernahme möglich ist. Die Wahl war eine Erleichterung für die Wehr, denn trotz mehrerer Gespräche ließ sich niemand finden, der sich bereit erklärte. Dem "Jungspund" dankten die Anwesenden, mit einstimmiger Wahl und viel Applaus.

Kritik gab es damals keine aus den eigenen Reihen, doch ganz widerstandslos blieb seine Wahl doch nicht. Ein anonymes Schreiben machte die Runde, kritisiert wurden vor allem Bürgermeister Manfred Porsch als Verantwortlicher und der Ablauf der Wahl. "Gegen mich persönlich gibt und gab es nie eine Aussage", so der angehende Ingenieur. Und auch der Bürgermeister ist trotz des anonymen Protests von seinem jungen Kommandanten dessen Qualitäten überzeugt: "Er ist top ausgebildet und kann gut mit Menschen umgehen. Ein echter Haidenaaber, der nicht, wie viele andere, in die Stadt abwandert, sondern in seinem Heimatdorf Verantwortung übernimmt." Emmerig freut sich über das Lob "von ganz oben". Für das Amt des Kommandanten ist er Feuer und Flamme und möchte es noch einige Zeit ausüben. Ein Aufstieg auf der Karriereleiter und ein damit verbundener Abgang aus Haidenaab kommt für ihn aber nicht in Frage.

Wie ist es, Männer zu kommandieren, die altersmäßig auch der Vater sein könnten? Der Student sieht das gelassen: "Ich habe damit kein Problem, ich kenne alle und es ist für sie keine komplett andere Aufgabe, nur weil sie jemand anderes vorgibt. Die Abläufe sind ja gleich". Den ein oder anderen Einsatz konnten er und seine Kollegen schon bewältigen, vor allem durch die Hitze im Sommer sei es zu Bränden gekommen. Aktuell besucht er Lehrgänge, die für einen Kommandanten vorgeschrieben sind. Danach möchte er sich intensiver für die Jugendfeuerwehr (JFW) in Haidenaab-Göppmannsbühl einsetzen. Sein Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu überzeugen, die sich schon länger für die Feuerwehr interessieren, aber mit einem Eintritt zögern. Junge Leute erkennen so, dass auch sie auch große Verantwortung übernehmen können. Aktuell besteht die JFW in Haidenaab aus einem halben Dutzend Jugendlicher von 12 bis 17 Jahren.

Aktiv auf der Quetschn

Emmerig möchte sich aber nicht nur auf die Feuerwehr reduzieren lassen. Nicht umsonst ist der Student in der Gemeinde Speichersdorf auch als Musiker bekannt und beliebt. Bruder Thomas war ein Mitglied der bekannten Gruppe "Die Fünf Lustigen 3" und auch Christoph verfügt über Fähigkeiten an der "Quetschn", die er bei Konzerten des Fichtelgebirgsvereins zeigt. Die beiden planen die Gründung einer neuen Band und man darf gespannt sein.
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