Der Natur eng verbunden

Seit 60 Jahren ein Ehepaar sind Marlene und Hans Wöhrl (vorne). Die besten Wünsche zur diamantenen Hochzeit überbrachten unter anderem Stadtpfarrer Thomas Jeschner (hinten, links) und Bürgermeister Peter Lehr. Bild: rn

Nicht nur auf ein gesegnetes Alter und ein erlebnisreiches Leben können Marlene und Hans Wöhrl zurückblicken, sondern auch auf 60 gemeinsame Jahre. Zum Kreis der zahlreichen Gratulanten bei der diamantenen Hochzeit zählten unter anderem Bürgermeister Peter Lehr und Pfarrer Thomas Jeschner.

In der regen Gesprächsrunde drehte sich viel um die Bereiche Jagd und Forst, denen der 88-jährige Hans Wöhrl zeitlebens eng verbunden ist. Er wuchs mit einem Bruder in Eschenbach auf. In der Ledergasse bewirtschafteten die Eltern Georg und Margarete Wöhrl eine Landwirtschaft. Nach der Schulzeit begann er 1941 eine Lehre beim Heeresforstamt Grafenwöhr. Bereits im Juli 1943 bestand er die Jägerprüfung und führte selbst Generäle zur Jagd.

Mit 17 Jahren in den Krieg

Im März 1944 wurde Hans Wöhrl im Alter von 17 Jahren zum Reichsarbeitsdienst und nach nur sechswöchiger Ausbildung zu einer Flakbatterie nach Regensburg-Tegernheim eingezogen. Es folgten Kriegseinsätze in Nürnberg und im Elsass. Im März 1945 ging es in die Nähe von Leipzig zur Infanterie. Dort leistete der junge Eschenbacher vor allem Sanitätsdienst, bis er selbst schwer an der Lunge verletzt wurde.

In amerikanische Gefangenschaft geraten, wurde Wöhrl nach dem US-Rückzug aus Thüringen den Russen übergeben. Bei einem Austausch deutscher Gefangener war er trotz schlechter Gesundheit dabei. Im November 1945 kehrte er in die Heimat zurück.

Als Stadtförster in Rente

Wegen seiner Ausbildung war Hans Wöhrl ab 1. Januar 1946 ersatzweise für den Stadtwald und danach bis 1957 für die Privatwald-Betreuung zuständig. Im gleichen Jahr beendete er seine Ausbildung an der Forstschule. Danach war er bis zum Ruhestand als Stadtförster tätig. Er erschloss den Stadtwald durch ein 8,5 Kilometer langes Wegenetz, zapfte Fördermittel an und forstete damit mehr als 50 Hektar Ödfläche auf. Für seine Verdienste erhielt er 1989 die Bayerische Staatsmedaille.

Wöhrls großes Engagement galt der Forstbetriebsgemeinschaft, bei der er über 30 Jahre als Geschäftsführer fungierte. Neben der Jagd, der er immer noch gerne nachgeht und die ihn wiederholt zu Freunden nach Namibia führte, hatte er sich lange auch der Fischerei verschrieben.

Seine 80-jährige Ehefrau Marlene, geborene Reger, hat ebenfalls ein Eschenbacher Elternhaus. Nach der Schulzeit in der Rußweiherstadt wechselte sie an die Mittelschule Riedenburg und war danach drei Jahre bei der Firma Koppe und später 23 Jahre lang bei der Firma Witt in Weiden beschäftigt. Zusätzlich übernahm sie für drei Jahrzehnte die Schriftführer- und Kassenaufgaben der Forstbetriebsgemeinschaft.

Der Ehe von Hans und Marlene Wöhrl entstammen zwei Töchter. Sie gratulierten dem rüstigen Paar ebenso wie vier Enkel und zwei Urenkel.
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