Der Pfingstlümmel wird durch Lintach gezogen
Auf dem Leiterwagerl

Junge Lintacher Burschen zogen den Wagen mit dem Pfingstlümmel drauf. Bild: jow
Altes Brauchtum pflegten erneut die jungen Burschen aus Lintach. Die Pfingstlümmelfahrt, ein ursprünglicher Heischebrauch, bei dem sich ärmere Leute Zutaten für den Festtagsschmauß erbettelten, ist in der Oberpfalz seltener geworden. Doch in der Ortschaft Lintach wird diese Tradition seit mehr als 80 Jahren gepflegt und alljährlich neu gelebt.

Nach ihrem Auftritt im Bayerischen Fernsehen - unterstützt vom Dorf- und Kulturverein - haben die jungen Lintacher dieses Brauchtum wieder Wirklichkeit werden lassen. Auch dieses Jahr fuhr der Pfingstlümmelwagen mit seinem Sechsergespann durch den Ort. Angeführt vom Bauern und begleitet von den Oia- und Schmolzkörbel-Trägern sowie den jungen Burschen wurde der Pfingstlümmel auf einem schön geschmückten Leiterwagen durchs Dorf gezogen.

An jedem Haus gaben die Teilnehmer ihren Pfingstlümmel-Spruch zum Besten. In früheren Jahren bekamen sie dafür auch Oia und Schmolz, heute gibt es meist einen Geldbeitrag. Der Pfingstlümmel, der sich traditionell in einem Sack verbarg, wehrte sich mit einem kleinen Spieß gegen Neugierige, die ihm die Verhüllung wegziehen wollten.

Zum Abschluss wurde dann am Abend beim Bauern Brotzeit gemacht. Traditionell wurden die gesammelten Eier als "Oiabloz" (Rührei) zubereitet und zusammen mit den sonstigen Naturalien verspeist.
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