Der verschwundene Ort Schönlind

Schönlind (Krásná Lípa) lag an der heute nicht mehr existierenden Eisenbahnstrecke, die Eger und Waldsassen verbunden hatte. 1930 gab es dort 22 Häusern, meist Vierseithöfe. Es lebten dort 148 Einwohner. Zu Schönlind gehörte seit 1902 ein eigener Friedhof. Dort sind auch Menschen aus Wies und Schloppenhof beerdigt worden. Bereits 1312 wurde "Schönlinten" erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf - es lag seit 1591 im Fraischgebiet - wurde 1846 der Stadt Eger und damit dem Königreich Böhmen zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle Einwohner vertrieben und der Bahnverkehr nach Deutschland eingestellt. Das Dorf - es hieß seitdem Krásná Lípa - wurde bis 1957 völlig zerstört, wie alle Orte in der Nähe des "Eisernen Vorhangs". Der Friedhof blieb dem Verfall überlassen. Durch die verschwundene Ortschaft führten ein Grenzzaun und ein Kolonnenweg für die ständigen Kontrollen durch die Grenzwache. (gjb)
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