Der weiße Mann, der alles kann

Walter Rinderer (Mitte) ist im Nagaland gleichermaßen von Männern, Frauen und Kinder geschätzt. Ihm ist es zu verdanken, dass unter anderem auch der Gemüseanbau perfekt funktioniert. Bild: Privat

Walter Rinderer brennt es wieder unter den Nägeln. Der überzeugte Entwicklungshelfer bereitet gerade seinen nächsten Einsatz in Indien vor. Diesmal will er nicht alleine reisen, sucht Fachleute für alle möglichen Projekte. Honorar: Freie Kost und Logis.

Mit 66 Jahren da fängt das Leben an, sang einst Udo Jürgens. Der Beidler Entwicklungshelfer Walter Rinderer ist kürzlich 66 geworden. Damit ist der Bausachverständige und Unternehmer in Rente gegangen. Und er ist voller Tatendrang. Er will endlich wieder los zu seinen Zubzas im Nagaland im Nordosten von Indien an der Grenze zu Bangladesch. Im Februar startet er.

Dort ist Walter Rinderer kein Unbekannter. Der überzeugte Helfer zur Selbsthilfe ist ein gerngesehener Gast. Nein - eigentlich gehört er irgendwie dazu, ist von Frauen und Männern gleichermaßen akzeptiert und anerkannt als der weiße Mann, der für alles eine Lösung parat hat.

Erste warme Dusche

Im vergangenen Jahr hat er es zum Beispiel ermöglicht, mit primitiven Mitteln Solardächer auf Schulen zu installieren. Ein unbeschreibliches Gefühl für die Jungen und Mädchen, die zum ersten Mal in ihrem Leben warm duschen konnten.

Diesmal geht es unter anderem darum, eine mobile Kunststoffrecycling-Maschine zu bauen. Denn Plastikmüll gibt es dort in Hülle und Fülle. Unterstützt wird er dabei von der Hochschule Amberg mit dem Projekt "Technik ohne Grenzen".

Sechs Salesianer-Padres warten schon auf ihn. Mit fertigen Konzepten reist Rinderer dort an und vermittelt Theorie und Praxis zuerst einmal den Missionaren. Sind die fit, geben sie das erworbene Wissen an die einheimische Bevölkerung weiter.

Wissen beginnt in Schule

"Alles Wissen beginnt in der Schule", ist Rinderer überzeugt. "Wenn es von einem zum anderen wandert, potenziert es sich fast von selbst. Und eines Tages können sich die Menschen selber helfen, brauchen keine Anleitungen mehr." Im Gegensatz zu seinen bisherigen Reisen will der Entwicklungshelfer diesmal nicht alleine zu den Zubzas ins Nagaland.

Er sucht Verstärkung und wirbt folgendermaßen dafür: Freie Kost und Logis, Gottes Lohn als Bezahlung, kostenpflichtiger Flug. "Entwicklungshelfer leben von ihren Erfolgen vor Ort. Hat man einmal die Dankbarkeit in den Augen der Menschen gesehen, lässt einen das nie wieder los und materielle Dinge werden ganz klein."

In diesem Sinn appelliert Walter Rinderer an Leute, die Zeit für ein Abenteuer haben und Fachwissen mitbringen. Gebraucht werden Menschen, die etwas von Ackerbau verstehen, solche die vermitteln können, wie man effektiv kocht. Auch Leute, die sich mit Hygiene auskennen wären gefragt. Familienplanung ist ein weiteres wichtiges, wenn auch schwieriges Thema. Eine Frau wäre dafür besonders geeignet, weil sie viel schneller Zugang zu den einheimischen Mädchen und Frauen fände.

Interessenten können sich direkt bei Walter Rinderer melden: Per E-Mail unter: info@rinderer.de oder unter Telefon: 09636/91164.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.zubza.de/
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