Der Wunsch, beten zu können

Der heilige Wendelin, Schutzpatron der Hirten und Bauern, schmückt den Hochaltar der Filialkirche Trevesen. Bild: lpp

Die Filialkirche St. Wendelin kann am Sonntag, 12. Juli, ihr 50. Weihejubiläum feiern. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer wird zu diesem festlichen Anlass einen Pontifikalgottesdienst abhalten. Der Bau der Kirche war zum Teil steinig und unsicher.

Damals noch viel mehr als heute zeichnet die Pfarrei St. Martin Pullenreuth ihre Weitläufigkeit aus. Ohne motorisierte Fahrzeuge und vor allem im Winter war es vielen Christen im Tal der Fichtelnaab und am Fuße des Steinwaldes nicht möglich, ihrer "Christenpflicht" nachzukommen.

Gebetshäuser allerorts, so auch die Filialkirche Sankt Wendelin, zeugen vom Wunsch der Katholiken, vor Ort zur Messe gehen, Kinder taufen und Verstorbene beerdigen zu können. Die Einwohner von Trevesen bemühten sich bereits vor dem ersten Weltkrieg mit der Schaffung eines Kirchenbauvereines 1908, ein eigenes Gotteshaus aufzurichten. Unter Kaplan Lang ging man daran, einen geeigneten Platz zu suchen und wurde westlich des Dorfes auf einem Hügel fündig. Aufgrund zweier - von Zeugen berichteter - Erscheinungen wurde ein Waldgrundstück vom Eigentümer Pöllath und dem Schlossherrn von Trevesenhammer, Baron von Dobeneck, zur Verfügung gestellt.

Die Bemühungen, den Kirchenbau zu finanzieren, reichten schlussendlich bis ins Jahr 1931. Durch das Ansparen der Monatsbeiträge der Kirchenbaumitglieder, jeweils 20 Pfennig, wurde das Anfahren von Bruchsteinen vorangetrieben. Der erste Weltkrieg brachte im August 1914 die Bemühungen zum Stillstand. Nach dessen Ende folgte am 6. November 1918 die Inflation - das Kirchenguthaben war verloren. Aber die Trevesener Einwohner gaben nicht auf und strebten weiter nach einem eigenen Gotteshaus.

Im Jahr 1931 - Pfarrer in der Heimatpfarrei Pullenreuth war zu dieser Zeit Gottfried Schweiger - wurde mit dem Bau begonnen. Die Maurer- und Dachdeckerarbeiten gingen an Baumeister Hans Philbert aus Neusorg, den Dachstuhl baute Hans Schatz aus Kemnath, die Spengerlarbeiten wurden Josef Tretter aus Grötschenreuth übertragen. Im Herbst war der Rohbau unter Dach und der Turm bis zum Dachstuhl aufgemauert. Ein Weiterarbeiten im Frühjahr 1931 war aus finanziellen Gründen nicht möglich, denn das Geld war aufgebraucht. Jedoch fanden sich Spender, und auch der Bischof versicherte seine Hilfe.

Den Innenausbau bewerkstelligten die Schreinermeister Philipp aus Neusorg, Stock aus Riglasreuth, Schmiedemeister Kellner aus Riglasreuth und die Glaserei Kammerer aus Erbendorf. Der Einbau der Kirchenstühle und der Glocken erfolgte 1933, der Hochaltar mit einer Statue des heiligen Wendelin wurde 1936 angeschafft.

Der Turm der Filialkirche wurde im Jahr 1953 fertiggestellt. Fünf Jahre später wurde eine Orgel gekauft. Die feierliche Weihe des Gotteshauses fand am 4. Juli 1965 durch Bischof Josef Hiltl statt. Die Pfarrei leitete zu dieser Zeit Pfarrer Johann Baptist Gruber. 1985 wurde das 50-jährige Bestehen des Gotteshauses gefeiert. Eine Komplettrenovierung des kleinen Kirchleins erfolgte 1997 und 1998. Viele Jahre lang kümmerten sich vor allem Hans Scherm und Ludwig Zetlmeisl um die Belange der kleinen Kirche.
Weitere Beiträge zu den Themen: Trevesen (212)Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.