"Des hätt's net braucht"

Treu, zuverlässig und über das normale Maß hinaus in der Feuerwehr engagiert: Das sind Johann Müller (Dritter von links) und Alfons Ficker (rechts daneben). In der Jahreshauptversammlung wurden sie deshalb zum Ehrenmitglied beziheungsweise -kommandanten ernannt. Adjutant Christian Götz und Kommandant Udo Drechsler (von links) sowie (von rechts) Bürgermeister Peter Lehr und Vorsitzender Thomas Schreml dankten und gratulierten. Bild: rn

Die Feuerwehr hat zwei verdiente Brandschützer mit Ehrentiteln ausgezeichnet: Sie ernannte Alfons Ficker zum Ehrenkommandanten und Johann Müller zum Ehrenmitglied. "Des hätt's net braucht", merkte Ficker bescheiden an.

Zum ersten Mal überhaupt hatte die Wehr zu einer Jahreshauptversammlung ins Gerätehaus geladen. Die Voraussetzung dafür schuf der geräumige Tagungsraum in dem neuen Gebäude.

Nach den Berichten der Funktionsträger (siehe Infokasten) kündigte Vorsitzender Thomas Schreml einen besonderen Tagungsordnungspunkt an: Ehrungen. Es sei heute nicht mehr selbstverständlich, sich ehrenamtlich zu engagieren, räumte er ein. Es gebe jedoch glücklicherweise Kameraden, "deren Mitarbeit und deren Unterstützung für den Verein das normale Maß deutlich übersteigen".

Die übernähmen Verantwortung, besetzten Führungspositionen, und lenkten so nicht nur den Verein, sondern erhielten ihn letztlich auch am Leben. "Wir haben in unseren Reihen zwei Kameraden, die sich seit langer Zeit zum Wohle unserer Feuerwehr und unseres Vereins einsetzen", leitete Schreml zur Laudatio über.

Adjutant und Fahnenträger

Darin wandte sich der Vorsitzende zunächst Johann Müller zu. Im Zeitraffer ließ er dessen Feuerwehr-Lebenslauf Revue passieren, der 1969 mit dem Eintritt begann. Bereits zwei Jahre später erwarb Müller sein erstes Leistungsabzeichen und setzte sich fortan für regelmäßige Leistungsprüfungen ein. Er selbst erreichte in Rekordzeit die Endstufe "Gold auf Rot", und zwar im Jahr 1984. An der Feuerwehrschule absolvierte er die Lehrgänge "Grundstufe", "Atemschutz", "Funk" und "Maschinist". Zusätzlich führte er von 1974 bis 1990 als Adjutant und Vorstandsmitglied den Verein erfolgreich mit.

Mit großem Engagement unterstützte Müller im Jahr 1990 das Zurückholen der beim Einmarsch der Amerikaner entführten alten Feuerwehrfahne. Von 1993 bis 1996 führte er selbst bei besonderen Anlässen als Träger dieser Fahne die Abordnungen der Feuerwehr an.

Von 2002 bis 2008 war Müller als Prüfer der Vereinsfinanzen tätig. Doch damit nicht genug: "Von 2008 bis 2014 kümmerte sich unser Johann als Vereinswirt im Florians- Stüberl nicht nur mit Getränken um das Wohl der Kameraden, sondern sorgte auch für Heiterkeit in der Runden", berichtete Schreml.

Alfons Ficker stellt sich seit 1972 in den Dienst der Wehr. Von 1973 bis 2007 erwarb er alle Stufen der Leistungsabzeichen "Löscheinsatz" und "Technische Hilfeleistung" Zusätzlich nahm er erfolgreich an den Lehrgängen "Atemschutz", "Funk", "Gruppenführer", "Drehleitermaschinist" und "Leiter einer Feuerwehr" teil.

Von 1979 bis 1984 brachte sich Ficker außerdem als Zeugwart und Vereinsbote ein. Den sechs Jahren als Adjutant - von 1996 bis 2002 - folgten sechs Jahre als Kommandant. Als er aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter aktiven Dienst leisten konnte, übernahm er von 2008 bis 2014 das Amt des Vorsitzenden.

Kampf um Drehleiter

In diese 18 Jahre in Spitzenfunktionen fielen die Neuanschaffung des Mehrzweckfahrzeugs, des Tanklöschfahrzeugs und der Drehleiter - die wohl "etwas kürzer ausgefallen wäre, hätte unser Alfons nicht entsprechend darum gekämpft" - sowie die Grundsteinlegung für das neue Feuerwehrgerätehaus. Als besonders erwähnenswert bezeichnete der Vorsitzende Fickers stete Unterstützung der Jugendfeuerwehr, für die er immer ein offenes Ohr habe.

Zustimmendes Nicken erhielt Schreml, als er sagte: "Wer mit ihm zusammenarbeitet, kennt ohne Zweifel seinen Leitspruch 'Kein Problem - wird erledigt', der bei ihm definitiv nicht nur ein Lippenbekenntnis ist." Sie haben nicht nur einen großen Teil der Vereinsgeschichte miterlebt, sondern sie tatkräftig mitgeprägt, bescheinigte der Laudator den beiden "treuen und zuverlässigen Kameraden" abschließend. Einstimmig schlossen sich die Mitglieder dem Vorschlag des Vorstands zur Vergabe der beiden Ehrentitel an.
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