"Des is da längste und schwerste Bam, den ma bisher ghabt hom", meinte einer, der dies wissen muss, nämlich Altkirwabursch Werner Stubenvoll. Doch sein Vorschlag, den 38 Meter langen Riesen zu kürzen, fand wenig Gegenliebe bei den Burschen.
Am langen Lulatsch nicht gesägt

Dynamik und Schnelligkeit waren bei diesem flotten Tanz von den Sorghofer Kirwapaare gefragt. Bilder: er
(er) Stattdessen entschlossen sich die Verantwortlichen dazu, ihn angesichts der Windböen mit "flankierenden Sicherungsmaßnahmen durch technische Hilfsmittel" aufzustellen. Und das klappte dann auch ohne Komplikationen.

60 schwitzende Männer

Unter dem Kommando von Manuel Plößner, dem Vorsitzenden des Sorghofer Kirwavereins, und fachlicher Beihilfe durch Haumeister Dieter Hörl wurde das mit zwei Kränzen und Schnitzereien verzierte Kirwasymbol in zweieinhalb Stunden in die Senkrechte gebracht. Gut 60 Männer waren dabei an den Schwalben, Seilen und Spießen. Schon ein gewohntes Bild in Sorghof sind die Amerikaner der Partnereinheit aus dem Südlager, die darum wetteifern, dabei sein zu dürfen beim "Hau-Ruck". Auch der ranghöchste Unteroffizier der Einheit, Sergeant Major Peter Johnson, legte sich mächtig ins Zeug.

Am Abend bewies der Kommandeur der zweiten Schwadron des zweiten Cavalry Regiments, Lieutenant Colonel Theodore Johnson, dass er das Anzapfen eines Bierfasses beherrscht. Nach nur drei Schlägen und fast ohne Spritzer rief er zusammen mit Bürgermeister Hans-Martin Schertl, Braumeister Anton Bruckmüller und Andreas Plößner, dem Vorsitzenden des Veranstalters, dem Publikum "Ozapft is" zu. Danach trieben "Die Ochsen" das Stimmungsbarometer schnell nach oben.

Unter den Klängen des Jugendblasorchesters vom Musikverein Vilseck marschierten die Sorghofer Vereine und Kirwaleute zum Gottesdienst. Der Sorghofer Chor intonierte rhythmische Lieder. Die zwei Kaltblüter der Familie Wölker, die den schmucken Kirwawagen mitsamt Burschen und Moidln zum Festplatz zogen, waren alleine schon das Kommen wert. Im Vorprogramm zum Baumaustanzen zeigte die gemischte Volkstanzformation der beiden Trachtenvereine Erika Sorghof und D'Stoapfälzer Amberg bodenständiges Brauchtum.

Zehn Paare tanzen aus

Einige Hundert Kirwagäste verfolgten bei idealem Wetter das Austanzen. Die zehn Paare zeigten eine Jägerpolka, den Siebenschritt in einer Jugendtanzform mit Klatschen sowie den Schlamperer in fränkischer Art, die ihnen Gauvortänzer Peter Fink beigebracht hatte. Dazu noch Dreher und Walzer, bis das Oberkirwapaar ermittelt war. Diese Ehre wurde heuer Verena Gnan (Ehenfeld) und Martin Wölker (alias "Dühn") zuteil.

Die Sorghofer Musikanten Manfred Weiß, Patrick Schaaf, Gerhard Baierl, Gerhard Kraus sowie Manuel Plößner und sein Sohn Max sorgten für die passenden Töne. Das Publikum geizte nicht mit Beifall für die gezeigten Tänze. Danach ging es weiter mit den Büchelkühner Buam. Guter Zuspruch war auch am Montag zu verzeichnen. Beim Mittagessen fanden sich wieder die Mitarbeiter umliegender Betriebe, Banken und Behörden ein. Am Nachmittag standen ein Preisschafkopf und der Auftritt des Kindergartens auf dem Programm. Das Gastspiel der Original Oberpfälzer Gaudiburschn beschloss am Abend das gelungene Fest.
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