Deutsche Volleyballerinnen müssen Grand-Prix-K.-o. schnell verdauen - Comeback von Christiane ...
Olympia-Qualifikation das große Ziel

Bundestrainer Luciano Pedullà will mit den deutschen Volleyballerinnen die Qualifikation für die Olympischen Spiele schaffen. Bild: dpa
Nach dem Grand-Prix-K.-o. verabschiedeten sich die deutschen Volleyballerinnen und Bundestrainer Luciano Pedullà erschöpft in eine zweiwöchige Verschnaufpause. "Nach sechs Wochen krieche ich auf dem Zahnfleisch", bekannte Außenangreiferin Maren Brinker stellvertretend für das Team nach der kräftezehrenden Tournee über Aserbaidschan, China, Brasilien und schließlich Stuttgart.

Versöhnlicher Abschluss

Der EM-Zweite feierte mit dem 3:1 (23:25, 25:18, 25:22, 25:22) am Samstag gegen das teils aufreizend lustlose Serbien zwar einen halbwegs versöhnlichen Grand-Prix-Abschluss. Das leichtfertige Verpassen der Finalrunde kommende Woche in den USA nagte aber an der Truppe des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV).

"Omaha wäre wichtig gewesen, um Erfahrung und Selbstvertrauen zu sammeln", räumte Pedullà ein, dessen neu formierte Mannschaft sich mit Rang sieben begnügen musste. "Das wären noch mal viele Spiele auf hohem Niveau gewesen", klagte Brinker, deren Team der Gewinn des fünften Satzes beim 2:3 gegen die Türkei zum Weiterkommen fehlte.

An ein hohes Niveau müssen sich die DVV-Frauen mit Blick auf die EM im Herbst und die Olympia-Qualifikation ab Januar aber erst noch herantasten. Viel zu schwankend sind die Leistungen. "Wir müssen lernen, selbst in schwierigen Situationen die Punkte zu machen. Wir müssen auch unsere Fehler minimieren", mahnte Brinker, die in Stuttgart zu den stärksten Deutschen gehörte.

"Ein bisschen holprig"

"Es ist alles noch ein bisschen holprig", resümierte Zuspielerin Kathleen Weiß. Rund lief es auch bei Spielführerin Margareta Kozuch noch nicht, auch der Diagonalangreiferin fehlt Beständigkeit. Dafür präsentierten sich Youngster wie Wiebke Silge oder Jennifer Geerties in ansprechender Frühform.

"Die Mannschaft braucht zwei Dinge. Erstens: Ich muss sie noch besser kennenlernen und sie mich. Zweitens: Wir müssen Zeit zum Trainieren haben", sagte Pedullà, der die freie Zeit zu einer Deutschland-Tour im Campingwagen mit Frau Daniela und Sohn Lorenzo nutzt. Am 2. August versammelt er seine Mannschaft in Schwerin wieder zum Training. Dann läuft die Vorbereitung auf die EM. Das große Ziel ist aber Olympia im kommenden Jahr.

Pedullà plant Coup

Und dafür plant Pedullà einen Coup. Der Italiener will Spitzenspielerin Christiane Fürst zu einem Comeback in der Nationalmannschaft überreden. "Ja, ich habe mit ihr darüber gesprochen, aber es geht nicht um die Europameisterschaft", sagte er. Die Mittelblockerin von Eczacibasi Istanbul soll vielmehr mithelfen, den Traum von Rio de Janeiro wahr zu machen. Die 30-Jährige habe ihm erklärt, in der letzten August- oder ersten September-Woche ihre Entscheidung mitteilen zu wollen. "Ich bin optimistisch, aber ich bin auch in allen Lebenslagen ein Optimist", sagte Pedullà. Fürst hatte ihre DVV-Karriere im Januar auch wegen eines Zerwürfnisses mit dem damaligen Bundestrainer Giovanni Guidetti beendet. Davon unbelastet wagte Pedullà nun den Vorstoß.
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