Deutsches Kunstarchiv zeigt Gesicht(er)

Wie sah eigentlich Erich Heckel aus? In welcher Wohnung hauste Franz Marc? Und welche Freunde hatte der Münchner Karikaturist Karl Arnold? Antwort findet man in der ersten virtuellen Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums.

Nürnberg.Eine virtuelle Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums (GNM) Nürnberg gewährt Einblicke in das Leben von Künstlerinnen und Künstler aus dem ausgehenden 19. und 20. Jahrhundert. Insgesamt 460 Aufnahmen wurden in zwölf Themen gegliedert, ergänzt durch biografische Angaben der Dargestellten. "Auch wenn man kein Kunsthistoriker ist, kann man hier viel entdecken", erklärt Birgit Jooss, die als Leiterin des Deutschen Kunstarchivs für die Auswahl verantwortlich zeichnet.

Private Bilder von Festen

"Es ist unsere erste virtuelle Ausstellung", betont G. Ulrich Großmann, Generaldirektor des GNM, bei der Pressekonferenz stolz. Unter dem Titel "Gesichter des Deutschen Kunstarchivs" präsentiert sie klassische Porträtbilder, wie sie für Ausweise benötigt werden, aber auch private Aufnahmen von Feiern und geselligem Beisammensein. So gibt es ein Foto von Karl Hofer in Hemd, Krawatte und Weste, mit Zigarre im Mundwinkel, während er schwungvoll eine Kugel kegelt.

Eine weitere Aufnahme stammt von der Gründungsfeier der Dresdner Secession mit Otto Dix und Conrad Felixmüller. In Atelierräumen kann man Künstlern mit Palette und Pinsel oder Hammer und Meißel quasi bei der Arbeit über die Schulter blicken. Auch Frauen wie die Puppengestalterin Käthe Kruse am Schreibtisch sind vertreten.

Alle Fotografien gehören dem Deutschen Kunstarchiv im GNM, das seit 50 Jahren Vor- und Nachlässe von Malern, Bildhauern, Grafikern, Fotografen, Architekten, Kunstwissenschaftlern, Kunstsammlern und Kunstinstitutionen verwahrt. Der Schwerpunkt liegt auf der klassischen Moderne, doch auch das späte 19. Jahrhundert und die Nachkriegszeit sind gut vertreten.Anlässlich des runden Jubiläums der renommierten Einrichtung wurde die interessante Schau im Internet zusammengestellt.

Bequem von zu Hause aus kann man sich durch die Aufnahmen klicken. Und aktiv werden: Da auf den Gruppenbildern noch manch unbekanntes Gesicht zu sehen ist, bittet das Kunstarchiv um Mithilfe. Unter jedem Bild steht ein Kontakt, an den sich jeder wenden kann, wenn er eine gesuchte Person erkennt.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.gesichter-des-dka.gnm.de
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