Die Bremer "Tatort"-Kommissare ermitteln am Sonntag in Offshore-Szene
"Wer Wind erntet, sät Sturm"

Auf einem Windrad in der Nordsee macht Hauptkommissar Stedefreund (Oliver Mommsen) eine erschütternde Entdeckung - eine Szene der "Tatort"-Folge "Wer Wind erntet, sät Sturm". Bild: Radio Bremen/dpa
Ein Naturschützer fährt raus aufs Meer und klettert ohne Genehmigung auf eine Windkraftanlage. Oben trifft er auf tote Singvögel. Die Tiere wurden von den Rotorblättern zerstückelt. Von hier aus schickt der Umweltaktivist eine Videobotschaft los, einen Aufruf gegen diese Tötungsmaschinen. Der Radio-Bremen-Tatort "Wer Wind erntet, sät Sturm" am Sonntag (20.15 Uhr) dreht sich um Machtkämpfe und Goldgräberstimmung in der Nordsee.

Als ein Umweltaktivist tot aufgefunden wird und dessen Freund Hendrik Paulsen (Helmut Zierl) verschwindet, ermitteln Kommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) und ihr Kollege Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) auf Windanlagen, in Montagehallen und den Büros von Naturschutzorganisationen. Hat der Windpark-Betreiber Lars Overbeck (Thomas Heinze) etwas damit zu tun? Welche Rolle spielt die schöne Naturschützerin Katrin (Annika Blendl)? Die Produktion überzeugt, weil die Grenzen zwischen schuldig und unschuldig fließend sind. Anders als bei dem Familiendrama im vorhergehenden Bremen- "Tatort" ist dieser Krimi politisch brisant. "Wir haben uns mit einer Branche angelegt, die keine Lust auf uns hatte", sagt Regisseur Florian Baxmeyer. Vieles hätte er woanders drehen müssen als geplant. Obwohl das TV-Team auf einer Windkraftanlage an Land blieb, haben die Zuschauer durch Drohnenflüge über dem Meer und Tricks den Eindruck, offshore zu sein.

Sabine Postel, Bremen-Kommissarin der ersten Stunde, räumt ein, sich erst im Zuge dieser Folge mit der millionenteuren Jagd nach den Nutzungsrechten in der Nordsee auseinandergesetzt zu haben: "Da geht es um sehr viel Geld. Das macht korrumpierbar."
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