Die Buche besser als ihr Ruf

Die Buche ist zwar robust, aber verdienen lässt sich an der Fichte mehr - das glaubt mancher Waldbesitzer. Revierförster Hans Eiber macht eine andere Rechnung auf.

Aktuelle Informationen vom Holzmarkt und ein Grundsatzreferat von Förster Hans Eiber hatte die Waldbauernvereinigung (WBV) Illschwang-Birgland auf die Tagesordnung einer Informationsveranstaltung im Gasthaus Laurer in Fürnried gesetzt.

Vorsitzender Hans Schmid meldete über 15 000 Festmeter vermarktetes Holz der Mitglieder. "Die Maschinen der WBV sind sehr gut ausgelastet. Jedoch wird manchmal etwas grob damit umgegangen", stellte er fest. Wenn etwas kaputt geht, bat er, das dem Einsatzleiter zu melden.

Die Waldbauernvereinigung hat einen neuen Waldweg von Kegelheim zur Kirchthalmühle gebaut. Mit dem R2-Gerät ist ab 2015 Florian Götz aus Matzenhof unterwegs. Er wird damit das gesamte Wegenetz pflegen.

Prägender Baum im Jura

Gedanken zum Waldbau legte der Revierförster Hans Eiber dar. Der Bereich der WBV Illschwang-Birgland gehört zum Kalksteinmittelgebirge Oberpfälzer Jura, wo seit jeher die Buche das Bild der natürlichen Vegetation bestimmt. Diese robuste Baumart stehe bei vielen Waldbesitzern in einem schlechten Ruf, da sich ihr Holz im Vergleich zur Fichte angeblich nicht so gut verkaufen lasse.

Eiber machte eine Gegenrechnung auf: Selbst in einem reinen Buchenbestand werde nur durch Brennholzgewinnung mit dem Harvester nachhaltig ein Deckungsbeitrag von 250 bis 350 Euro pro Hektar im Jahr erreicht. Im Gegensatz zur Fichte sei die Buche weniger anfällig gegen Schädlinge und Witterungseinflüsse. "Dafür wären kommende Waldbesitzer-Generationen vermutlich dankbar", betonte Eiber. Bei der Verjüngung eines Walds, der in den nächsten Jahrzehnten mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen müsse, dürfe die Buche nicht fehlen.

Tiefgreifende Veränderungen erwartet der Förster in den nächsten Jahrzehnten bei der Nutzung und Verarbeitung von Holz. Als Beispiel für innovative Produkte erwähnte er ein neu entwickeltes Buchen-Furnierschichtholz, das bei Gebäudekonstruktionen eingesetzt werde.

Gänzlich verzichten sollten die Waldbesitzer auf die Fichte nicht. "Interessanterweise verhindern aber viele die Verjüngung dieses Nadelbaums, weil sie ihre Bestände oft zu dicht und damit zu dunkel lassen. Dann wachsen die jungen Buchen besser als junge Fichten", erläuterte Hans Eiber. Er warb für Mischbestände mit möglichst vielen Baumarten. Bei der Entwicklung eines stabilen Waldes könnten staatliche Fördermöglichkeiten helfen.

Preise lassen etwas nach

Geschäftsführer Reinhard Rösel ging auf die aktuellen Holzpreise ein. Er beobachtet tendenziell einen leichten Rückgang. Das WBV-Büro ist jetzt in Sulzbach-Rosenberg im früheren Landratsamt zu finden. Telefonisch ist es unter der Nummer 09661/ 90 61 70 zu erreichen.
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