Die DDR gab es wirklich

Eine Abschlussklasse der Realschule Auerbach präsentierte in der Turnhalle der Schule eine Ausstellung zum Thema "Alltag in der DDR und der Weg zur deutschen Wiedervereinigung". Bild: swt

Eines der beherrschenden Themen der Nachkriegszeit kennen heutige Schüler nur noch aus Geschichtsbüchern: die deutsche Teilung. Auerbacher Realschüler wollten es genauer wissen.

Heuer jährt sich die Wiedervereinigung Deutschlands zum 25. Mal. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und das Auswärtige Amt haben dazu eine Ausstellung herausgegeben, die den Prozess zur Deutschen Einheit von einer friedlichen Revolution im Herbst 1989 bis zur formellen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 nachzeichnet.

Die Ausstellungstexte sowie über 150 Fotos und Faksimiles beschreiben, wie der weitgehend gewaltlose politische Umsturz in der ehemaligen DDR die Frage der deutschen Einheit unverhofft auf die Tagesordnung der deutschen und internationalen Politik setzte. Diese Ausstellung hat sich die Fachschaft Geschichte der Realschule Auerbach gesichert, um sie im Unterricht einzusetzen. Schnell zeigte sich, dass die Jugendlichen der 10. Jahrgangsstufe sehr neugierig auf das Alltagsleben der Menschen in diesem ehemaligen Staat, den sie nur aus als Zeitgeschichte kennen, wirklich war.

Selbst recherchiert

Deshalb wurde die Idee geboren, eine eigene Ausstellung zu diesem Thema zu erarbeiten. Die Schüler recherchierten in einschlägiger Fachliteratur und befragten Zeitzeugen aus der ehemaligen DDR, wobei sie fachlich von ihrer Lehrkraft unterstützt wurden. Das Ergebnis ist eine bescheidene, aber bemerkenswerte Schau zum Alltag in der DDR. Sie greift die Bereiche Jugend, Musik, Wohnen, Mobilität und Nationale Volksarmee auf.

Die Eröffnung

Nun war es so weit, eine Abschlussklasse der Realschule des Zweckverbandes Auerbach eröffnete zusammen mit Schulleiterin Sr. M. Lioba Endres und dem verantwortlichen Geschichtslehrer Gregor Forster die Ausstellung "Alltag in der DDR und der Weg zur deutschen Wiedervereinigung" in der Turnhalle der Schule.

Auch der Auerbacher Stadtrat Johann Kaiser sowie die Kirchenthumbacher Marktgemeinderäte Heribert Lassner und Rudi Stopfer interessierten sich für diese zeitgeschichtliche Präsentation. Als ein herausragendes Exponat erwies sich der Moped-Roller "Schwalbe" des DDR-Zweirad-Hersteller Simson. Ein ehemaliger Schüler der Realschule hatte ihn als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Zu sehen gab es unter anderem eine originale FDJ-Bluse (Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend). Besitzer internetfähiger Mobiltelefone konnten mittels QR-Codes an den Plakaten auf 18 Videopodcasts zugreifen, in denen Zeitzeugen auf die ereignisreiche Entwicklung im Jahr 1990 zurückblicken. Ferner war es möglich, an einer Station ausgewählte Musik aus der DDR anzuhören.

Viel gelernt

Die Organisatoren zeigten sich erfreut über die positive Resonanz auf ihre Arbeit und merkten an, dass sie bei diesem Projekt nicht nur etwas über die DDR und die Wiedervereinigung gelernt hätten, sondern nun auch wüssten, wie man eine Ausstellung plant und gestaltet.
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