Die ersten 60 Flüchtlinge sind da

Mit deutlicher Verspätung tuckert am Mittwoch kurz vor halb vier der blaue Omnibus eines Burglengenfelder Verkehrsunternehmens den Felixberg hinauf. Endstation ist das Gymnasium.

Neustadt/WN. (ms) In dem Gebäudeteil, in dem sich die Dreifachturnhalle befindet, werkeln noch viele fleißige Helfer eifrig. Handwerker erledigen im Sanitärbereich letzte Arbeiten, Mitarbeiter des Landratsamtes schleppen Getränkeflaschen. Die Sicherheitsfirma hat das Gelände abgeriegelt. Mediziner des Gesundheitsamtes, BRK, Polizei - alle erwarten die Ankunft der Asylbewerber.

60 Albaner, darunter viele Kinder, steigen etwas müde aus dem Bus. Einige mit Koffern, die meisten haben ihre armselige Habe in Plastiktüten verstaut. Die Gäste kommen aus der Pionierkaserne in Regensburg. Dort waren ihre persönlichen Daten bereits erfasst und ihr Gesundheitszustand überprüft worden. Das erleichtert jetzt die Aufnahme.

Urlaub vorzeitig beendet

Martin Koppmann, Leiter der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt, heißt die Flüchtlinge mit Hilfe von zwei Dolmetschern im Landkreis Neustadt willkommen. Zur Stärkung erhalten die Ausländer Lunchpakete und Getränke. Die Verpflegung übernimmt Jürgen Füßl von "D'Wirtschaft" in Altenstadt/WN. Regierungsdirektor Alfred Scheidler hat seinen Urlaub abgebrochen. Seit Dienstag war er am Gardasee, den Rest der Woche wollte er mit der Familie in Venedig verbringen. Jetzt ist der Chefjurist am Landratsamt im kühlen Felixwald und hat ein Auge darauf, dass alles ordentlich abläuft. Kommende Woche leitet der Stiftländer in seiner Funktion als stellvertretender Landrat die Geschicke im Nachbarlandkreis Tirschenreuth. Auch dort werden Scheidler Flüchtlingsprobleme erwarten.

Heute der nächste Bus

Die Sporthalle in Neustadt ist die nächsten Wochen für die Albaner ihr Zuhause. Wie lange sie bleiben, kann im Moment niemand sagen.

Am Abend hätte noch ein zweiter Bus mit Asylbewerbern kommen sollen. Der wurde überraschend abgesagt. Dafür wurden für heute Vormittag 50 bis 60 Flüchtlinge aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Zirndorf angekündigt. Die Nationalität ist nicht bekannt. Die Turnhalle bietet Platz für 200 Menschen. (Hintergrund)
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