Die Fläche einer ohnehin schon gigantisch großen Sandgrube bei Freihöls soll nach dem Willen des Betreibers auf das Doppelte ihrer bisherigen Größe erweitert werden. Das stößt seit knapp zwei Jahren auf den Widerstand der
Bleiben riesige Krater zurück?

Der Tagebau bei Freihöls hat ohnehin schon gigantische Ausmaße. Die bisher entstandenen Löcher werden durch Fremdmaterial verfüllt. Im Fall einer Erweiterung soll bei neuen Ausbeutungskratern jedoch kein Fremdmaterial mehr verwendet werden, erfuhr der Fensterbacher Gemeinderat. Bild: hou
Freihölser.

(hou) Der Sandabbau soll, so sehen es die beim Bergamt Nordbayern in Bayreuth bearbeiteten Pläne vor, noch näher an Freihöls heranreichen.

Der bisher vom Ort rund 450 Meter entfernte Grubenrand würde sich dann auf geschätzte 250 Meter verringern. "Ein Unding", wie die Bürger sagen, die angesichts regelmäßiger Sprengungen Schäden an ihren Häusern befürchten. Die ausgebeuteten Teile der Grube werden seit längerem mit sogenanntem Fremdmaterial verfüllt. Das soll offenbar auch so fortgesetzt werden. Überraschend aber war nun ein Schreiben, dessen Inhalt dem Fensterbacher Gemeinderat mitgeteilt wurde. In einem möglichen neuen Bereich der Grube, berichtete der geschäftsleitende Beamte Peter Fleißner dem Plenum, solle "kein Fremdmaterial zur Wiederauffüllung verwendet werden".

Widerspruch regt sich

Nach einigen Momenten des Nachdenkens über den Gehalt dieser Mitteilung regte sich Widerspruch. Gemeinderat Carl Graf zu Eltz fragte: "Wenn sie kein Fremdmaterial mehr verwenden wollen, wie soll dann eine mögliche Grube aufgefüllt werden" Oder anders: "Bleiben die Löcher anschließend?" "Die müssen auffüllen, wenn es eine Genehmigung geben sollte", war sich das Plenum unter Führung von Bürgermeister Hans Schrott einig. Deswegen wurde dieser Tektur, wie es in der Fachsprache heißt, eine einstimmige Absage erteilt.

Interessant war auch, was sich in den vergangenen Monaten im Bereich der Gemeinde Ebermannsdorf abspielte. In deren Hoheitsgebiet liegen Ausläufer eines möglichen Sandabbaues, nämlich im Bereich des Industriegebiets nahe Schafhof. In einer Sitzung erfuhr der Ebermannsdorfer Gemeinderat vom Bergamt Nordbayern, dass künftige Industrieniederlassungen 300 Meter Abstand zu den Sandvorkommen zu halten haben. Das erregte Widerspruch.

Unterdessen hat das Bergamt die 300-Meter-Abstandsregelung zurückgenommen. Allerdings wurde in Freihöls die Frage heftig diskutiert, weshalb die Genehmigungsbehörde dort zunächst auf 300 Metern bestand, während für Freihöls eine solch klare Abstandsregelung zu keiner Zeit ins Gespräch gebracht worden war. Hier würde - falls das Vorhaben der Heidelberger Sand und Kies GmbH die Zustimmung des Bergamts fände - bis auf rund 250 Meter und in einem Bereich sogar bis auf 50 Meter an bestehende Gebäude herangegangen.

"Gewisse Gefahrlosigkeit"

Das, so antwortete das Bergamt auf eine Anfrage aus Freihöls, unterliege einer Einzelfallprüfung, zu der es bereits ein Sprenggutachten gebe. Diese Expertise, erstellt durch einen vom Betreiber beauftragten Sachverständigen, bescheinigt eine "gewisse Gefahrlosigkeit". Diese Aussage hatten Einwender aus dem Ort bereits im November 2013 angezweifelt. Allein schon deswegen, weil das Gutachten nicht von einer unabhängigen Behörde in Auftrag gegeben wurde.
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