Die Frage, wie die Ostbayernring-Leitung künftig durch das Gebiet der Gemeinde und an den Ortschaften vorbei führen wird, interessierte viele Menschen. So war das Sportheim in Dürnsricht bei einer Informationsveranstaltung über den Verlauf der Stromtrasse gut gefüllt.
Verlauf der Stromleitung offen

Ina Isabella Haffke und Alfred Reim stellten sich im Sportheim in Dürnsricht den Fragen der Besucher zum Ersatzneubau des Ostbayernrings.
(nib) Mit dem Bau der Ersatzleitung soll 2018 begonnen werden, die Inbetriebnahme ist für 2020 geplant und der Rückbau des bestehenden Systems zwischen 2020 und 2021 vorgesehen.

Die Gemeinde hatte zu der Versammlung eingeladen, die Bürgermeister Johann Schrott eröffnete. Referenten waren Ina Isabella Haffke und Alfred Reim von der Firma Tennet. Die beiden stellten den Übertragungsnetzbetreiber und den geplanten Ersatzneubaus der 380-Kilovolt-Leitung vor.

Reim begründete den Neubau zum einen mit der Verpflichtung, für einen gleichmäßigen Stromfluss zu sorgen, und zum anderen, dass die Masten nicht noch mehr Leitungen aufnehmen könnten und auch die Fundamente ihre Belastungsgrenzen erreicht hätten. Dies sei eine Behauptung, die er gern durch die Einsicht in die entsprechenden Untersuchungsergebnisse überprüfen würde, meinte ein Zuhörer.

Erdkabel ein Thema

Bezüglich des Leitungsverlaufs konnte Reim als Teilprojektleiter den Besuchern nichts Konkretes sagen: "Wir sind aktuell in der Planungsuntersuchung für mehrere Trassenvarianten." Mehrfach wurde auch die Möglichkeit eines Erdkabels angesprochen. "Ab 220 000 Volt ist dies noch nicht Stand der Technik und auch keine gesetzliche Option", erklärte Reim. Auf Nachfrage bestätigte er, dass aber ein Gesetzgebungsverfahren laufe, um dies zu ändern.

Unter Hinweis auf die aktuelle Diskussion um den Verlauf der Südlink-Trasse wollte eine Zuhörerin wissen, ob auch tatsächlich die bestehende Leitung zurückgebaut werde oder ob unter Umständen beide Leitungen gebraucht würden. Der Referent stellte fest, dass nach Fertigstellung die gesetzlichen Vorgaben "den Rückbau der bestehenden Leitungen vorschreiben, die betroffenen Grundstücke wieder hergestellt und die entsprechenden Grunddienstbarkeiten aufgehoben werden". Allerdings musste Reim auf konkrete Nachfrage einräumen, dass niemand vorhersagen könne, zu welchem Ergebnis die aktuelle Diskussion führt. An Spekulationen über Konsequenzen könne und wolle er sich nicht beteiligen. Ina Isabella Haffke als Referentin für Bürgerbeteiligung bei Tennet informierte über die Bedeutung von Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren sowie die einzelnen Möglichkeiten, die Betroffene bei den unterschiedlichen Verfahren haben. Sie betonte, dass die Firma Tennet bereits sehr frühzeitig den Dialog gesucht habe. Viel Gesprächsbedarf gab es bei der Versammlung über die mögliche Trassenführung, die Besonderheiten der verschiedenen Verfahren, über Art und Umfang des Rückbaus und mögliche Entschädigung für die vom Ersatzneubau betroffenen Grundstückseigentümer.

Haffke informierte, dass eine weitere große Info-Veranstaltung am Dienstag, 30. Juni, in der Oberpfalzhalle in Schwandorf stattfindet, bevor im November das Raumordnungsverfahren beginnt.
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