Die Hammer-Besitzer bis zum Ende des Dreißigjährigen Kriegs

In welchem Maße der Ortsadel Schmidmühlens an Entstehen und Entwicklung des Hammers beteiligt war, ist noch nicht abschließend untersucht. Als ansässig sind sie verzeichnet von 1166 bis 1356. Auf ihrem Grund wurden Schmelzofen und Hammerwerk errichtet:

1326: Otto in foro (Otto im Markt), Amberger Bürger.

1387: Ulrich Walzenhofer war 1395 Küchenmeister von Herzog Ruprecht dem Jüngeren und gehörte zu den Unterzeichnern der 1387 zwischen Amberg, Sulzbach und Nürnberg sowie 77 Hammerwerksbesitzern abgeschlossenen Hammerwerkseinigung, die bis in den Dreißigjährigen Krieg hinein Geltung behielt: Der erste Industriekonzern Deutschlands.

1402: Paul Ettenstetter. Er steht mit dem Regensburger Bürger Friedrich Gäwter im Eisenhandel.

1427: Johann Perndell. Er schließt mit Rat und Gemeinde einen Vertrag über das Recht, "die Thore anzuhangen auf der freyen Straße". So wurde der Hammer zu einem abgeschlossenen Bereich. Von den ehemals zwei Toren ist nur eines erhalten. Perndell musste sich und seine Nachkommen verpflichten, den Durchgang für Marktbewohner freizuhalten.

1523: Eban Altmann. Er ist möglicherweise der bedeutendste Hammerherr. 1532 errichtete er im Markt mit Hilfe der Freien Reichsstadt Nürnberg an der Vils ein Gebäude, in dem Kaufmannsgüter eingelagert werden konnten (ehemalige Ankerwirtschaft). Unstimmigkeiten zwischen ihm und dem Markt führten 1534 zu einem Vertrag. Daraus ergibt sich, dass im Hammer sechs Bürgerhäuser "eingefangen" waren. Der Hammermeister wurde verpflichtet, "fürderhin Inwohner und Hammerschmiede" dieser Häuser zu Bürgerpflichten anzuhalten.

1554: Jakob Altman: Mit ihm beginnt der Niedergang der Familie. Er lebte nicht lang - bereits 1557 werden seine Erben genannt.

1557: Leonhard Vogl aus Kallmünz. Weil er Eisengroßhändler war, weiß man, wohin das Schmidmühlener Eisen wanderte - in erster Linie nach Ulm. 1613 lagerte dort nur Eisen aus der Oberpfalz, auch aus Schmidmühlen. Manches wurde in Ulm verarbeitet, der weitaus größere Teil aber nach Oberschwaben, ins Bodenseegebiet, in die Schweiz, nach Italien und Frankreich ausgeführt.

1583: Leonhard Vogl. Von ihm ist nur eine Tochter, Margareta, bekannt. Sie heiratete um 1560 den vom Hammer Altenhohenburg stammenden Jakob Knorr. Er kaufte am 10. Mai 1583 den Hammer, bestehend aus der Hofmark Pilsheim und dem Adlhof. Kaiser Rudolf I. erhob am 10. Juli 1597 die Brüder Knorr, alle Hammerherren, in den Reichsadelsstand. Jakob Knorr starb 1615. Im Jahr 1600 befanden sich noch sieben Grabmonumente in der Pfarrkirche in Schmidmühlen. Sie sind mit Jahreszahlen versehen, ausgenommen zwei, die von Jakob Knorr und Margareta. Beide Grabsteine sind verschwunden.

1646: Johann Merz. Er kauft den Hammer, 1647 auch die Hofmark Pilsheim. Durch Heereslieferungen an die kaiserlichen und bayerischen Truppen reich geworden, wurde er in den Adelsstand gehoben. Merz starb 1661. Nachfolger wurde sein Sohn Paul Phillip, der den Besitz aber nicht halten konnte: 1666 verkaufte er an Johann Adam von Seglau. (pop)
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