Die Heimfahrt

Noch viele Strapazen warteten auf Georg Luber, ehe am 11. November 1918 der langersehnte Waffenstillstand in Kraft trat. Aber nach Hause durften er und seine Kameraden noch lange nicht. Erst am 12. Februar 1920 bestiegen er und seine überlebenden Gefährten einen Zug ab Verdun, zuerst mit freudigen Gesichtern, aber, führt der Chronist fort, "tiefes Mitleid erfüllte unsere Herzen wieder, als wir an den Heldengräbern vorüberkamen. Könnten sie doch mit uns ziehen nach dem lieben Vaterland".

Das Überqueren der Rheinbrücke bei Ludwigshafen schildert er mit den Worten: "Deutsch, deutsch und abermals deutsch tönte es von jedermanns Lippen, der schwere Sorgenstein, der drei Jahre lang unser Herz bedrückte, fiel mit einem Mal ins Wasser ab. Der Jubel der Zivilisten, die uns begrüßten, traf unsere Herzen derart, das wir in helle Tränen ausbrachen." In die ihnen im Lager Mannheim zugewiesenen Baracken trauten sich die Ankömmlinge kaum hinein - so sauber und gut ausgestattet waren sie es einfach nicht mehr gewöhnt.

Der Abschied fiel schwer, "da wir immer in Freud und Leid zusammenstanden wie Familienmitglieder. Am 18. Februar 1920 kam ich um 7 Uhr früh unverhofft zu Hause an, so dass ich meinen lieben Angehörigen mit Freudentränen gesund, glücklich und zufrieden die Hand reichen konnte".
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