Die Hexe fürs Wohl der Pferde

Robert Zimmermann (mit Hut) erklärte das Gerät "Strohhexe". Bild: hfz

Stroh hält Pferde sauber und gesund. Stroh bindet Jauche und Geruch und erleichtert das Entmisten. "Gehextes Stroh" beschleunigt die Verrottung und erhöht den Düngewert von Mist und Gülle.

Wie schon 2013 so stand auch heuer die "Strohhexe" im Mittelpunkt einer Vorführung der Haflingerzüchter und Pferdefreunde Kemnath zum Thema "Strohhexe II - Schnittstroh im Stalltest". Nach der Begrüßung durch Vorsitzenden Lorenz Gebert und Sabine Zimmermann erläuterte der 2. Vorsitzende Robert Zimmermann jun. auf seinem Haflingerhof in Schwarzhofen nochmals die Funktionsweise dieser Strohmühle und führte sie praktisch vor. Ruckzuck hatte er gepresstes Langstroh aus Quaderballen kurz geschnitten und gemahlen ("gehext"). Denn der Leitsatz für seine Zucht lautet: "Unsere Pferde sollen weich und trocken liegen. Dafür gibt es nichts Besseres und Billigeres als Stroh von meinen Feldern."

Als praktische Testvorführung hatte er fünf Behälter mit jeweils 500 Gramm gehextem Stroh von Gerste, Hafer, Roggen, Triticale und Weizen, dazu zwei weitere mit je 500 Gramm Langstroh und Sägespänen aufgebaut. In jeden Behälter goss er einen halben Liter Wasser gleichmäßig über den jeweiligen Inhalt. Nach etwa einer halben Stunde konnten sich die Teilnehmer selbst mit Händen und Augen ein eigenes Urteil bilden, welche Sorte als ideale Einstreu am besten geeignet ist. Sägespäne saugen die Nässe zwar am besten auf, bilden aber eine tropfnasse Liegeunterlage. Langstroh zeigte fast keine Saugwirkung, denn das Wasser stand vollständig auf dem Behälterboden. Bei gehexten Stroharten aber blieb der Boden nahezu trocken und die ganze Flüssigkeit im Stroh gebunden. Trotzdem fühlte sich das Stroh noch trocken und weich an.

Zum Alltags-Beweis führte Zimmermann die über 40 Teilnehmer durch seinen Stall mit zur Zeit zehn Haflingern und zeigte, welche Vorteile gehextes Stroh - vorwiegend Triticale - in seinen Ställen und Boxen bringt: Kurzes Stroh gibt eine gleichmäßige Einstreudicke und verbessert den Liegekomfort für das Pferd. Es saugt mit dem Urin auch den Ammoniak gut auf, wodurch ein geruchsneutrales Stallklima ohne "Odlgeruch" herrscht. Zimmermann stellte fest: "Bei mir liegt die Einsparung an Stroh bei etwa einem Drittel, was auch ein Drittel weniger Mist bedeutet." Mist verrotte viel schneller und lasse sich so auf der Wiese viel feiner ausbringen.

"Saubere und gesunde Pferde im Zimmermann-Stall sind beste Erfolge seiner "Strohhexe", die er nicht mehr missen möchte", betonte Vorsitzender Gebert und lud zum Haflinger-Stammtisch ins nahe Gasthaus von Mitglied Hans Gschrei ein.
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