Die Idee der Deutschlehrerin

Schwester Maria Faustina legt heute in der Mutterhauskirche ihre zeitliche Profess ab. Bild: sck

Zwei Jahre lang hat sich Schwester Maria Faustina im Noviziat auf das Ordensleben bei den Schulschwestern von Unserer Lieben Frau vorbereitet. Heute geht sie den nächsten Schritt und legt ihre zeitliche Profess auf drei Jahre ab.

Die Zeremonie ist in einen Pontifikalgottesdienst eingebettet, den Erzbischof Dr. Ludwig Schick leitet. Er beginnt um 10 Uhr in der Mutterhauskirche. Dazu sind die Pfarrgemeinde und die Gläubigen aus der Umgebung eingeladen.

Kindheit in Ostböhmen

Geboren wurde Martina Vitková, so ihr Taufname, am 15. Juli 1988 als Älteste von vier Geschwistern in Chrudim/Tschechien, etwa 100 Kilometer östlich von Prag. Sie wuchs in Ostböhmen im nahen Hlinsko auf. 2007 machte sie am Bischöflichen Gymnasium ihr Abitur und begann ein Germanistikstudium in Prag.

Während einer Klassenfahrt 2004 nach Dresden sprach ihre Deutschlehrerin die damals 16-jährige Martina an mit dem Vorschlag: "Ich glaube, du könntest ins Kloster gehen." Das habe sie spontan mit "Ja, das mache ich" beantwortet, erinnert sich die Novizin.

Gleich nach der Rückkehr besuchte sie ihren Pfarrer und sprach mit ihm über diesen Gedanken, obwohl sie - ihrem Alter entsprechend - den Kopf auch von anderen Zukunftsplänen voll hatte. Der vorsichtig-nüchterne Rat des Geistlichen lautete: "Bete täglich in diesem Anliegen! Denn wenn dich der Herr wirklich ganz für sich haben will, lässt er es dich zur richtigen Zeit erkennen."

Sie könne doch in den Osterferien das Kloster der Schulschwestern in Auerbach besuchen, um das Leben von Ordensfrauen kennen zu lernen, gab ihr der Pfarrer noch mit. Das tat sie und sieht das heute als wertvollen Impuls. Mehrere Aufenthalte in Auerbach machten sie vertraut mit der für sie faszinierenden Art und Weise, wie die Ordensschwestern ihre Weihe an Gott leben.

Gerade mal zwanzig Jahre alt und unsicher über den Willen Gottes, bekam sie einen Anstoß von einer Studienkollegin. Diese forderte sie auf: "Frage doch den Herrn selbst, was er von dir will, und lass es dir von ihm sagen!" Im Gebet sei ihr dann immer klarer geworden, dass Gott sie genau in diese Gemeinschaft rufe.

Arbeit mit Realschülern

Am 21. November 2009 wurde sie im Auerbacher Mutterhaus der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in die Kandidatur aufgenommen. Weil sie den inneren Ruf in die engere Nachfolge Christi immer drängender verspürt habe, unterbrach sie ihr Studium nach dem Bachelorabschluss. Am 31. August 2013 wurde sie als Schulschwester in Auerbach eingekleidet. Seit dieser Feier trägt Martina Vitková den Namen Schwester Maria Faustina.

Das erste Noviziatsjahr war ganz der Einführung ins Ordensleben gewidmet. Im zweiten Jahr arbeitete sie stundenweise in der Hausaufgabenbetreuung der Auerbacher Realschule mit. Die Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen hätten sie darin bestätigt, das Lehramtsstudium für die Fächer Deutsch und Katholische Religionslehre in Eichstätt fortzusetzen. So entspreche es auch der ursprünglichen Aufgabe der Schulschwestern.
Weitere Beiträge zu den Themen: Auerbach (9489)August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.