Die KAB mischt sich ein

Elfriede Zenger (Dritte von links) leitet derzeit die KAB Oberköblitz. Am Sonntag feiert der Ortsverband 50-jähriges Bestehen. Bild: hfz

Christ sein heißt, politisch sein: Dieser Herausforderung stellt sich die Katholische Arbeitnehmerbewegung Oberköblitz seit 50 Jahren.

Wernberg-Köblitz. Die KAB Oberköblitz hat am Samstag Grund zum Feiern: Über fünf Jahrzehnte vertritt sie die Anliegen der Arbeitnehmerschaft und ist aus dem Leben der Pfarrgemeinde Oberköblitz nicht weg zu denken.

In den Jahren nach dem Krieg kreiste das Denken katholischer Christen immer wieder - auch ausgelöst durch die Reformschritte des II. Vatikanischen Konzils - um die Frage, wie man menschengerecht und der Zeit entsprechend das politische und gesellschaftliche Umfeld mitgestalten kann. Demokratisches Denken, die Möglichkeiten des Wirtschaftswunders, soziale Fortschritte, aber auch Probleme in der Gesellschaft erforderten von der Kirche besonderen Einsatz.

Für Anliegen eingesetzt

Die Katholische Arbeitnehmerbewegung war hervorgegangen aus den Arbeitervereinen des 19. Jahrhunderts. Sie war im Nazi-Reich weitgehend zerschlagen worden. Bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein war eine Anzahl von Landesverbänden im Nachkriegsdeutschland neu entstanden. So bildete auch in den neu gegründeten Ortsverbänden des Bistums Regensburg die Katholische Soziallehre das Fundament für die KAB-Arbeit. Der Aufbau einer geeigneten Verbandsstruktur folgte. Bildungsarbeit, Einsatz für die Anliegen der Mitglieder des noch kleinen Ortsverbandes und das Mitgestalten des Lebens in der Pfarrgemeinde standen dabei auch für die KAB Oberköblitz im Mittelpunkt.

Durch das Mühen der Vorsitzenden, der Vorstandmitglieder und der ganzen Gemeinschaft wuchs der Ortsverband. Im April 1965 unter Alfred Riedl gegründet, zählte man im Herbst 1965 bereits 70 Mitglieder. Nach Riedl leiteten Paul Kick, Rupperte Demleitner und Christian Demleitner die KAB. Seit fünf Jahren ist Elfriede Zenger Vorsitzende des 90-köpfigen Ortsverbandes.

Immer wieder bezog der Ortsverband Stellung zur Arbeitslosenproblematik, zur Familien-und Rentenpolitik oder der Altersversorgung. Zu nennen sind das Erziehungsgeld für Mütter, die Aktion "Sonntag soll Sonntag bleiben", der Mindestlohn und "Stopp TTIP". Es geht im Selbstverständnis der KAB heute darum, den sozialen Ursachen von Armut, Diskriminierung und Ausgrenzung auf den Grund zu gehen und sich politisch für mehr Gerechtigkeit einzusetzen. Die Mitglieder treten für die nachhaltige Verbesserung der sozialen Strukturen ein, damit die Menschen die Vorsorge für ihren Alltag in die eigenen Hände nehmen können.

Daneben gibt es auch Freizeitangebote: Zu nennen sind die regelmäßigen Fahrten ins Sibyllenbad, der Tanzkreis, die monatliche Wallfahrt mit Pfarrer Norbert Demleitner und Vorträge ebenso wie die Gestaltung des Festgottesdienstes und das Weißwurstessen am "Tag der Arbeit".

Mit solider Arbeit werben

Im Jubeljahr muss sich der Ortsverband der KAB Oberköblitz - wie andere kirchliche Verbände auch - angesichts der Überalterung und des Auszugs der jungen Generationen aus dem kirchlichen Leben Sorgen um den Bestand der Ortsgruppe machen. Die Führung setzt auf Überzeugungsarbeit - auch bei den jungen Pfarrmitgliedern.
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