Die Knorr-von-Rosenroth-Festspiele stehen heuer zum dritten Mal auf dem
Des Herzogs Leben und Lieben

Michael Ritz lässt in seinem Stück Herzog Christian August lebendig werden. Bilder: hfz (2)
Programm. Am Freitag, 10. Juli, hebt sich im Schlosshof der Vorhang für "Die Vermählung Christi mit der Seele oder Glück und Liebe auf Mallorca". Wer nicht so lange warten möchte, bekommt bereits in einem Monat einen ganz besonderen Vorgeschmack.

Sulzbach-Rosenberg. Zur Einstimmung auf das Barock-Musical hat Regisseur Michael Ritz ein Rahmenprogramm vorbereitet, das am Donnerstag, 19. März, mit einer szenischen Lesung eröffnet wird. Unsere Zeitung hat beim Regisseur und der Schauspielerin Sophia Ritz nachgefragt, was das Publikum erwartet.

Herr Ritz, worum geht es bei dieser Lesung?

Michael Ritz: Wir sprechen immer über die "Herzogstadt", denn Sulzbach wurde weit über das 17. Jahrhundert hinaus von Herzog Christian August geprägt. Er hat die Stadt zu einem Zentrum des deutschen Geisteslebens gemacht. In seinem Leben spiegelt sich die europäische Geschichte. Ich habe recherchiert und seinen Lebenslauf verfasst.

Das klingt relativ trocken.

Sophia Ritz: Ich werde keinen öden tabellarischen Lebenslauf vorlesen, sondern in die Rolle der Anna Rupertina Fuchs schlüpfen. Diese Dichterin verehrte den Herzog sehr. Auch er hatte übrigens weitergehendes Interesse an ihr. Sie ist eingeladen, ihm zum 80. Geburtstag zu gratulieren. Zu diesem Anlass hat sie ein Gedicht geschrieben, dass ich vortragen werde. Während die Fuchsin am 26. Juli 1702 auf den Herzog wartet, plaudert sie mit den anderen geladenen Gästen und erzählt ihnen vom Herzog.

Michael Ritz: Durch den Kunstgriff dieser Rahmenhandlung kommen zwei spannende Persönlichkeiten der Sulzbacher Geschichte zusammen, und die Lebensgeschichte des Herzogs wird lebendig.

Aber es geht wohl nicht nur um den Herzog allein?

Michael Ritz: Natürlich kommen auch sein Kanzler Christian Knorr von Rosenroth zur Sprache und vor allem Franciscus Mercurius van Helmont, die mit Christian August über Politik und Religion philosophierten.

Sophia Ritz: Ich erzähle über seine Familie und seine Kindheit, die vom Dreißigjährigen Krieg überschattet war, und seine Ehe mit einer neun Jahre älteren Witwe. Außerdem berichte ich über seine Reisen.

Michael Ritz: Einmal, als er nach Sulzbach zurückkehrte, haben ihn die Wachen am Rosenberger Tor nicht erkannt. Er konnte aber dann am Hagtor in die Stadt einziehen.

Christian August tritt uns also als ein Mensch aus Fleisch und Blut gegenüber.

Michael Ritz: Der Herzog kommt uns näher und seine Umgebung auch. Dazu trägt die Musik bei. Die Lesung wird am Cembalo begleitet. Musiker Andreas Schmidt, ein gebürtiger Sulzbach-Rosenberger, hat nach der Ausbildung an der hiesigen Berufsfachschule für Musik in Weimar Cembalo studiert. Als Experte für Alte Musik hat er Werke von Johann Staden, Paul Hainlein und Johann Pachelbel ausgewählt. Diese Komponisten haben alle auch in Nürnberg gewirkt. Sicherlich wurden ihre Werke am Sulzbacher Hof gespielt.

Wo ist die Aufführung?

Michael Ritz: Für einen Abend über Herzog Christian August kann es keinen besseren Ort geben als das Schloss, in dem er lebte und wirkte. Ich bin dem Staatlichen Bauamt sehr dankbar, dass es uns für die Lesung den großen Saal im Palas hoch über der Stadt zur Verfügung stellt. Der Saal ist der Öffentlichkeit nur selten zugänglich.
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