Die Krisen der Welt: Dialogforum Sicherheitspolitik der Bundeswehr-Reservisten in Theuern
Sicherheitspolitik ist ein hartes Geschäft

"In der globalisierten Welt gibt es keine Sicherheitsoasen mehr." Das Kulturschloss in Theuern war die Plattform für die 2. Regionalkonferenz "Dialogforum Sicherheitspolitik (DFS)". Eingeladen hatte dazu der Reservistenverband der Landesgruppe Bayern in Zusammenarbeit mit der Bezirksgruppe Oberpfalz im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr.

Sowohl Landesvorsitzender Professor Friedwart Lender als auch der Leiter des Dialogforums, Professor Eberhard Grein, wiesen auf die besondere sicherheitspolitische Situation Deutschlands und seiner Nachbarn hin, die letztendlich Brigadegeneral a. D. Johann Berger als deutscher stellvertretender Direktor des "George C. Marshall European Center für Security Studies" auf einen Nenner brachte: "Zeitenwende? - Von der Weltordnung zur Weltunordnung?" "Es gibt sie, die komplexe Bedrohungslage in einer multinationalen Welt", sagte er. Gerade in einer globalisierten Welt existierten keine Sicherheitsoasen mehr. Mit dieser nüchternen Feststellung begann Berger seinen Vortrag. Er bediente sich dabei seiner persönlichen Erfahrungen, die er auf weit mehr als 100 internationalen Dienstreisen sammeln konnte. Dabei beleuchtete Berger die Ausgangssituation nach dem zweiten Weltkrieg und betonte die grundlegenden Ziele einer jeden Gesellschaft: Wohlstand, Frieden und Freiheit. Diese können jedoch nur durch Sicherheit und ein stabiles Ordnungssystem geschaffen werden. "Alles bewegt sich immer schneller fort und nichts bleibt", so seine Aussage zur komplexen Bedrohungslage der multipolaren Welt nach dem Ende des Kalten Krieges. Risikovorsorge sei deshalb erforderlich. Wichtig sei aber auch zu wissen, dass ohne transatlantische Partner dies nicht funktionieren werde.

"Transparenz und Berechenbarkeit sind derzeit im internationalen Sicherheitsdenken in Frage gestellt", so Berger. Und die Hoffnung auf eine friedvolle Welt habe sich seit 1989 so nicht erfüllt. Mehr denn je komme seiner Meinung nach den Vereinigten Staates als einzigem "Global Player" eine besondere Rolle zu. "Zielstaaten der Menschen aus dem Mittleren Osten und Afrika sind die europäischen Länder, denn das ist für die Menschen das Paradies auf Erden", so Berger. Insbesondere die sogenannten "Failes States" und die transnationale Kriminalität seien in ihren schnellen Auswirkungen und der Synchronität der Ereignisse ein weit unterschätztes Problem. "Die Risikovorsorge unterliegt dem politischen Willen und das in Zusammenhang mit nationalen Sicherheitsgedanken", erklärte der Brigadegeneral.
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