Die Macht der Düfte

Kaum ein Durchkommen: Nikolaus und Knecht Ruprecht kämpften sich durch die Besuchermassen. Statt mahnender Worte und Rute hatten sie jedoch Süßigkeiten für die Kinder dabei. Bilder: rn (2)

Von Apfelpunsch bis Zipfelmütze reichte das Angebot beim Adventsmarkt des Heimatvereins. Besucherströme zeugten von dessen Attraktivität. Der Markt zeigte sich als Veranstaltung für alle Sinne.

Der Adventsmarkt beim Taubnschuster hat einen besonderen Stellenwert in der Vorweihnachtszeit der Rußweiherstadt. Die stimmungsvolle Atmosphäre lockt Besucher aus einem weiten Umkreis in die Wassergasse. Besonders mit Eintreten der Dunkelheit versprüht die Beleuchtung in Hof und Remise des ehemaligen Ackerbürgerhauses viel Romantik. Die weiteste Anreise dürfte der ehemalige evangelische Pfarrer Herbert Wassermann (1986-1994) gehabt haben. Der Memminger genoss sichtlich das Flanieren durch den Markt und Gespräche mit alten Bekannten.

Unwiderstehlich

Der romantische Adventsmarkt bildete den Abschluss des Jahresprogramms des Heimatvereins. Brauchtum und Kunsthandwerk verschmolzen zu einer Symbiose. Unverzichtbar waren Gaumenfreuden wie Bratwürste, heiße Maroni, Glühwein, Honigmet, Apfelpunsch und Apfelkücheln - sie verströmten unwiderstehliche Duftschwaden. Nicht nur Enten und Gänse wirkten auf Kinder anziehend. Ponyreiten war ebenso gefragt wie Runden auf dem Kinderkarussell.

Mittelpunkt im Hof waren ein offenes Feuer mit großem Schwenkgrill und ein kleiner Ofen, auf dem Karlheinz Keck unentwegt die begehrten Maronen zubereitete. Nikolaus und Knecht Ruprecht verteilten Süßigkeiten. In Wassergasse und Taubnschusterhof schufen Fichtenbäumchen eine Atmosphäre mit viel Natur. Mehr als 30 Anbieter versorgten die Besucher mit Gebäck, Handarbeiten, Honigwaren, Kerzen, Laternen, Leder- und Filzwaren, Likören, Marmeladen, Metallarbeiten, Schnäpsen, Seifen, Socken, Spielzeug, Töpferwaren, Vogelhäuschen, Wäsche und winterlichen Dekorationen. Nicht fehlen durften Heimatbücher und Literatur aus und über die Oberpfalz.

Hautnah dabei

Im Taubnschusterhaus lockte nicht nur die Ausstellung mit Radierungen des Kemnather Künstlers Dr. Josef Heindl mit Motiven aus Eschenbach, Speinshart und Umgebung. Inmitten seiner Bilder konnte man einem Krippenschnitzer bei der Arbeit über die Schulter blicken. Und nebenan fand die Kunst des Klöppelns und Spinnens aufmerksame Beobachter.

Den musikalischen Teil bestritten Ernst Bitterer mit jahreszeitlichen Weisen, der Chor "New Voices" mit modernen Weihnachtsliedern und die Eschenbacher Bläsergruppe mit Adventsliedern. Um 18 Uhr verkündete Willi Trummer als Nachtwächter mit seinem Trompeter das Ende des Marktes. In den warmen Stuben des Hauses gab es weiterhin Kaffee, Kuchen und wärmende Getränke. Das Marktgeschehen lockte viele amerikanische Familien in Eschenbachs Altstadt. Für deren Kinder waren Ponyreiten und Karussellfahren der große Renner. Und Willi Trummer musste Auskunft über das Nachtwächtergeschehen einst und jetzt geben.
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