Die mechanisch-biologische Kläranlage Freudenberg ist seit 1986 in Betrieb und reinigt die Abwässer der Ortsteile Freudenberg, Wutschdorf, Lintach, Geiselhof, Schwand, Pursruck und Hötzelsdorf. Nun treten vermehrt Schäden und Verschleißerscheinungen auf, die zu betrieblichen Störungen führen.
Sanieren ist effizient und günstig

Die Kläranlage Freudenberg bei Geiselhof, idyllisch am Fuße des Johannisberg gelegen, ist in die Jahre gekommen und bedarf einer Sanierung. Bild: sche
(sche) Der Bau der Kläranlage Geiselhof liegt zwischenzeitlich fast 30 Jahre zurück. Aufgrund der Auflagen der Fachbehörden, die erhöhte Reinigungsanforderungen vorsehen, ist eine Sanierung dringend notwendig. Sie muss dem heutigen Stand der Technik angepasst werden.

Ausführliche Präsentation

Im Vorfeld der Arbeiten hatte der Gemeinderat auf Vorschlag der Verwaltung durch das Ingenieur-Büro Seuß untersuchen lassen, ob die Auflassung oder der Umbau der Kläranlage zu einem Regenspeicherbecken mit Pumpwerk und der Anschluss an den Abwasserzweckverband Amberg-Kümmersbruck möglich und wirtschaftlich vertretbar ist. Die Ergebnisse unterbreitete Thomas Dotzler dem Gremium in einer ausführlichen Präsentation.

Ein Lageplan zeigte die möglichen Trassen für einen Druckleitungsanschluss an den Abwasserzweckverband auf. Problempunkte sind dabei die Verlegung der Leitung im Wasserschutzgebiet der Stadt Amberg im Bereich Hiltersdorf/Paulsdorf und die damit verbundenen erhöhten Auflagen. Konkret diskutiert wurden schließlich drei Varianten mit den geschätzten Investitions- und Betriebskosten (siehe Kasten).

Dotzler legte auch eine Kostenvergleichsberechnung für einen Zeitraum von 51 Jahren vor. Die Variante 3 erschien aufgrund der hohen Investitions- und Betriebskosten als unwirtschaftlich. Die Variante 1 (Sanierung der Kläranlage) erwies sich aufgrund der niedrigsten Investitionskosten am leichtesten finanzierbar und sehr wirtschaftlich. Erst nach 25 bis 30 Jahren zeigt die Wirtschaftlichkeitsberechnung einen Schnittpunkt mit Variante 2 (Anschluss über eine Druckleitung an den Zweckverband im Bereich Hiltersdorf). Bei der belaufen sich aber die anfänglichen Investitionskosten auf 3 149 700 Euro, was die Beiträge der Bürger erhöhen oder die Abwassergebühr empfindlich in die Höhe schrauben würden. Die Sanierung würde die Lebensdauer der Kläranlage um mindestens weitere 25 Jahre verlängern, die bestehende Substanz der Bauten könnte optimal aus- und weitergenutzt werden. Ferner würde man sich bezüglich der zukünftigen Abwasserentsorgung nichts verbauen. Überlegung für einen Anschluss an den Abwasserzweckverband Amberg-Theuern könnte man in 25 Jahren erneut anstellen, wurde argumentiert.

Nur geringe Zuschüsse

Einstimmig beschloss das Gremium, die Variante 1 weiter zu verfolgen und die bestehende Kläranlage zu sanieren. Eine Investitionsförderung ist mit Ausnahme eines Zuschusses in Höhe von 188 000 Euro als anteiliger Betrag für den Anschluss des Oberlandes an die Kläranlage nicht zu erwarten. Denn der Freistaat Bayern fördert nur erstmalige Herstellungen und keine Sanierungen. Der Gemeinderat beauftragte das Ingenieurbüro, die Planung voranzutreiben, da nach dem aktuellen Zuwendungsbescheid spätestens bis Ende 2017 die Aufträge vergeben sein müssen.
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